Neil Marshall legte mit "Dog Soldiers" ein beachtliches, hoch spannendes Debüt hin. Sein zweiter Film, "The Descent", legt noch einen drauf, denn das, was der Autor und Regisseur hier entwickelt, ist Terrorkino in Reinkultur. Die Angst vor der Dunkelheit ist ein universelles Gefühl und die dunklen Höhlen dieses Films wissen es, dieses ganz und gar auszubeuten. Die Figuren bleiben formelhaft und erleben nur eine geringe Charakterisierung, doch das ist auch nicht das Hauptargument des Films. Vielmehr ist es der Weg durch die Höhlen, der das Publikum packen kann. Oftmals fühlt man sich inmitten der Gruppe, hört Geräusche aus allen Richtungen und fühlt sich allein. Marshall schafft dabei eindringliche Bilder und zeigt die Crawlers nur selten, erzielt dadurch aber noch mehr Wirkung. "The Descent" ist höllisch spannend. Fazit: Grandioser Terrorfilm!
Moviemans Kommentar zur DVD: Ein toller Film in einer tollen Umsetzung. Bild und Ton gefallen und die Extras sind sehr umfangreich, aber aber auch sinnig und auch recht amüsant. Speziell zu erwähnen ist beim Bild der tolle Kontrast.
Bild: Das Bild stellt sich als hochwertig dar, wobei vor allem der Kontrast zu nennen ist. Bei einem Film wie "The Descent" ist es unabdingbar, dass man in den dunklen Höhlen auch etwas erkennen kann. Hierfür sorgt der wohl tarierte Kontrast, der die Dunkelheit greifbar macht. Der Schwarzwert ist enorm hoch, verschluckt aber nichts. Man ist immer mitten im Film und fragt sich nicht, was man gerade sieht. Die Farben sind sehr kalt gehalten. Auf den Primärton Rot wird verzichtet, bis die Höhlen betreten werden. Dann ist es auch Feuer, dass die Szenerie erleuchtet. Das Rot wirkt teilweise etwas überstark (00:27:27). Rauschen ist vorhanden und auch deutlich bemerkbar, allerdings fast nur in den Tagesszenen, die den kleineren Teil des Films ausmachen. Hier fällt das Grieseln besonders bei großen homogenen Flächen wie dem Himmel auf (00:14:00). Die Schärfe ist von hoher Qualität, die Kompression ebenso.
Ton: Beim Ton kann man erfreulicherweise zwischen verschiedenen Formaten wählen. Allen vier ist gemein, dass sie von hoher Qualität sind. Die Sprachverständlichkeit ist sehr gut, nur im Original sind die Akzente teilweise etwas stark ausgeprägt, was aber natürlich filmbedingt ist. Wichtig ist bei "The Descent" die räumliche Wirkung. Und die wird hier bestens erzeugt, indem man Geräusche, Tropfen, Wasser und dergleichen aus allen Richtungen vernehmen kann und sich, so man zuhause schön verdunkelt, direkt als Teil der Gruppe fühlt. Die Effekte sind gut gesetzt und erzielen Wirkung. Die DTS-Spuren sind noch ein wenig filigraner in der Erzeugung räumlicher Tiefe.
Extras: Das Bonusmaterial ist nicht nur umfangreich, sondern auch umwerfend. Es gibt zwei Audiokommentare, bei denen eine Vielzahl von Informationen und Anekdoten geboten werden. Danach kommt das gut 40-minütige Making Of, das näherbringt, wie Marshall die Geschichte entwickelte, wie die Schauspieler ausgewählt und die Sets gebaut wurden. Hier fällt übrigens auf, dass die deutsche Untertitelung mangelhaft ist. Wer auch immer hierfür verantwortlich ist, hat sich einige übersetzerische Klopper geleistet. Wenn Neil Marshall davon spricht, dass sie den Film scherzhaft "Six Chicks with Picks" nennen wollen, dann heißt das eben nicht "Sechs picklige Mädchen", wie uns die Untertitel weißmachen wollen. Die entfallenen Szenen haben eine Laufzeit von rund zehn Minuten. Es sind ein paar Charaktermomente enthalten, insgesamt handelt es sich hier aber um Material, das den Film nicht weitergebracht hätte. Die Outtakes sind witzig, besonders, wenn eine der Frauen in der Höhle ein "Exit"-Schild vorfindet oder ein Crawler zur Rolling-Stones-Musik das Tanzbein schwingt. "Hinter den Kulissen" ist eine belanglose B-Roll. Dazu gibt es noch einen Storyboardvergleich, den Trailer und mehrere TV-Spots. --movieman.de
Eine Extremsport-Clique, bestehend aus sechs jungen Frauen, unternimmt eine Klettertour in eine bislang unerforschte, abgelegene Höhle. Als ihnen der Rückweg durch herabfallende Felsen versperrt wird, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als weiter in das dunkle, weit verzweigte Höhlensystem vorzudringen und nach einem anderen Ausgang zu suchen. In der immer bedrohlicher wirkenden Unterwelt beginnt für die Frauen ein nervenaufreibender Wettlauf gegen die Zeit. Zu ihrem blanken Entsetzen stellen sie zudem fest, dass sie in ihrem dunkeln Gefängnis nicht allein sind: Etwas Furchtbares lauert in der Dunkelheit und lässt die Freundinnen plötzlich zu erbarmungslos Gejagten werden. Aus dem Abenteuertrip wird der schlimmste Alptraum: Ein kompromissloser Überlebenskampf beginnt, in dem die Höhle für alle zur blutigen