Es ist also ob er es geahnt hätte, nach all den Jahren im Musikbetrieb, all den verliehenen und wieder entzogenen Attributen, die dieser Elvis, provokant vom Anfang an, verliehen bekommen hat. Und trotzdem fällt es einem schwer, die Reaktionen mancher auf die neue Scheibe zu begreifen: Da macht er die schlichteste und - mit Ausnahme von "Painted from Memory" und vielleicht auch "Brutal Youth" - rundeste Scheibe in bald 2 Dekaden, eine wunderbare, locker und lässig eingespielte Sammlung von 13 Songs, und wieder sind manche nicht zufrieden. Nun vermissen sie genau das, was ihm andere (oder die selben?)sonst immer vorwerfen, eben, dass er sich in jedem Genre austoben müsse...Wer in aller Welt schreibt nach all den Jahren weiterhin so radikale, musikalisch schillernde Songs wie "Bedlam", Seite an Seite mit Balladen für die Ewigkeit wie "Country Darkness", ohne dabei aus der eigenen Klischeefalle (à la Tom Waits) nicht mehr raus zu kommen. Und wer hätte das vor einem Jahr erwarten können, nach der zugegebermassen doch z.T. recht bemühten "North", dass er nun ein "South" Album macht, das alles andere tut, als sich mit irgend welchen falchen Zitaten schwarzen Blues und Souls zu schmücken, sondern einfach einen Geist dieser Musik aufgreift, um damit etwas eigenes zu schaffen? Und in den Texten schillern wieder mal die doppelten Böden, zwischen den losen Fäden einer fiktiven Bürgerkriegs-Geschichte, der Welt im erneuten Kreuzkrieg und den ganz persönlichen Costelloismen. "Well I used to be disgusted, now I try to be amused", sang er vor 27 Jahren, jetzt ist er bald so viele Platten weiter und muss feststellen: "Sometimes I feel just like commiting a crime".