Compilations könnten so eine schöne Sache sein. Die ersten drei "America"-Alben kann man bedenkenlos komplett durchhören. Auf den nachfolgenden Alben gab es für mich unverzichtbares neben Tracks für die wohl die Skip-Taste erfunden wurde. Die allererste Zusammenstellung "History" war da wenig hilfreich. Die ersten sieben Songs wurden von George Martin sogar noch remixt und klangen nun so süßlich wie der Rest seiner Produktionen.
Vor 10 Jahren wurden auf den beinahe zeitgleich erschienenen "The Complete Greatest Hits" und "The Definitive America" alle 12 Tracks von "History" (zum Glück wieder in den Urversionen) um diverse Songs erweitert. Ausser den zwei neuen Songs auf "Complete" wurden die Jahre nach 1983 komplett ausgespart. Schade, zumindest "Young Moon" (1994) und "From A Moving Train" (1998) vermisse ich hier
Für welche der beiden Zusammenstellungen man sich entscheidet ist natürlich Geschmackssache.
Beide erweitern "History" um folgende Songs:
Amber Cascades (1976)
Today's The Day )1976)
You Can Do Magic (1982)
The Border (1983)
Songs, die nur auf "Complete Greatest Hits" zu finden sind:
Everyone I Meet Is From Caifornia (1972)
Another Try (1974)
California Dreamin' (1979)
Right Before Your Eyes (1982)
Paradise (2001)
World Of Light (2001)
Songs, die nur auf "Definitive America" zu finden sind:
To Each His Town (1972)
She's Gonna Let You Down (1973)
Rainbow Song (1973)
God Of The Sun (1977)
Political Poachers (1977)
Survival (1980)
The Last Unicorn (1982)
Eine wirkliche Werkschau bieten natürlich beide CDs nicht. Hier kann man im Moment nur die 2000 erschienene 3 CD-Box "Highway" empfehlen. Dort findet man auch einige Songs von "Hideaway", die von den damaligen George Martin Überarrangements (Bläser, Streicher, Chöre...) befreit wurden. Erstaunlich wie zeitlos America plötzlich klingt. Das sollte man mit allen Alben der George Martin-Ära machen (Holiday, Hearts, Hideaway, Harbor, Silent Letter).
"America" zu mögen gilt in meinen Kreisen als absolut uncool. Meiner Meinung nach liegt das nicht am Songwriting, sondern eher an den Arrangements und der Produktion der Alben von 1974 ("Holiday") bis 2002 ("Holiday Harmony"), was insbesondere das von Adam Schlesinger und James Iha 2007 schlanker produzierte "Here & Now" beweist. Zu America passen einfach keine großen Hallräume, Streicher, Bläser und Synthesizer, obwohl es die - wenn auch sparsam - auch auf "Homecoming" und "Hattrick" gab...
Das Remastering von "Highway", "Complete Greatest Hits" und "Definitive America" scheint identisch zu sein. Klingt auch 2011 noch auf der Höhe der Zeit.
Der überraschende Tod von Dan Peek und die Veröffentlichung des neuen America (Cover-) Albums "Back Pages" wären vielleicht eine würdevoller Anlass für eine neue Compilation, die auch die Jahre nach 1983 mit einbezieht. Bis dahin würde ich "Definitive America" empfehlen.