Ungefähr ein Jahr nachdem DMX das New Yorker Traditionslabel Def Jam Recordings in Richtung Sony verlassen hat, veröffentlichte besagte Plattenfirma nun das Best Of seines ehemaligen Goldesels. Schon beim ersten Blick auf die Tracklist, wird einem Fan schnell klar, dass keine neuen Songs dabei sind. Es ist zwar klar und vor Allem auch verständlich, dass DMX für sein altes Label keine neuen Songs mehr aufnimmt, doch ein paar unveröffentlichte ältere Lieder hätte es unter Garantie noch gegeben. So besteht die Tracklist aus den Singles der Alben "It's Dark And Hell Is Hot", "Flesh Of My Flesh, Blood Of My Blood", "... And Then There Was X", "The Great Depression" und "Grand Champ" und ein paar zusäztlich ausgwählten Tracks dieser Platten. Dass die Singles auf ein Best Of müssen ist klar, doch wieder macht sich schnell Ernüchterung breit. Wo sind die Tracks "I Miss You" (feat. Faith Evans) von "The Great Depression", "Get It On The Floor" (feat. Swizz Beatz) von "Grand Champ" und "Ain't No Sunshine" vom "Exit Wounds" Soundtrack abgeblieben? Auf dieser Compilation sind sie nicht! Für einen dieser starken Songs hätte man auch sicher die schwachen "Get At Me Dog" und "What These Bitches Want" weg lassen können. So sind es also nur 12 statt 15 Singles. Die restlichen sechs Songs sind ganz normale Lieder der oben genannten fünf Alben. Allerdings war die Auswahl nicht besonders glücklich. Es fehlen Bomben wie das Cover von Phil Collin's "In The Air Tonight": "I Can Feel It", "Damien" oder "Look Thru My Eyes" von "It's Dark...", "Make A Move" oder "Angel" von X' drittem Longplayer, "The Omen" mit Marilyn Manson das nach der Veröffentlichung von "Flesh Of My Flesh..." für ordentlich Gesprächstoff gesorgt hat, "Bloodline Anthem" von "The Great Depression", oder auch "In The Name Of Jesus" von "Grand Champ" ist ein mega Song. Stattdessen wird man mit mittelmäßigen Fillern wie "The Rain", "One More Road 2 Cross" oder "Blackout" abgespeist. Ich kann mir kaum vorstellen dass DMX bei dieser Songauswahl ein großes Mitspracherecht gehabt hat, denn solche Durchschnittsware wie dieses Best Of, hat er seinen Fans bisher noch nie präsentiert. Positiv sind sicher die geilen Singles, wie "X' Gon' Give It To Ya", "What's My Name" oder "We Right Here", die fast alle absolute Burner sind, und die ebenfalls starken "It's All Good" und "No Love For Me".
Empfehlen kann man dieses Best Of nur denjenigen, denen drei oder mehr der Def Jam Alben fehlen. Ansonsten würde ich euch eher raten: Holt euch die Platten von DMX, die ihr noch nicht habt, es lohnt sich auf alle Fälle deutlich mehr.