Der alte Roger Wayne(James Gammon) hat schon hinter sich, was John James(Kevin Costner) noch bevorsteht. Er war der letzte Besitzer des alten Landhauses in der Kleinstadt Mercy, in das John mit seinen Kindern Louisa(Ivana Baquero) und Sam(Gattlin Griffith) eingezogen sind. Der Schriftsteller John wurde von seiner Frau verlassen und schon nach ein paar Tagen merkt er, wie sich seine Tochter Louisa auf unheimliche Art und Weise verändert.
Relativ schnell macht John einen uralten, kultischen Grabhügel, der in der Nähe des Hauses liegt für die Veränderungen seiner Tochter verantwortlich. Louisa schlafwandelt, kommt völlig verdreckt nach Hause, ist zugeknöpft und unnahbar. Auch Sam bekommt Angst vor seiner eigenen Schwester. Als John sich auf die Suche nach der Geschichte des Hauses macht, stösst er auf eine schreckliche Geschichte. Die ist zwar schon vor Jahren geschehen, aber die Parallelen zur Gegenwart sind unübersehbar. John James ist sich bald sicher: Er und seine Kinder sind auf dem Grundstück nicht allein!
Das hat Regisseur Luis Berdejo ja wunderbar hinbekommen! Wie soll ich diesen Film bewerten? Einen roten Faden in die Rezension zu -The New Daughter- zu bekommen, ist so gut wie unmöglich. Ich werde ihnen erklären, wieso mir das so schwerfällt:
80 Minuten lang macht Berdejo alles richtig, um einen klassischen Horrorfilm auf die Leinwand zu zaubern. Eine geheimnisvolle Story wird von Costner, Baquero und Griffith wirklich klasse gespielt. Alle positiven Register des Genres werden gezogen. Knarrende Türen, seltsame Geräusche und passende Musik, alles in einer wirklich hervorragenden Tonspur mit Soundeffekten vereint. Die Bilder, egal ob in der Realität oder in Traumsequenzen, verströmen genau den subtilen Horror, den es braucht, um sich bei einigen Szenen ein Kissen vors Gesicht zu halten. Unterstützt wird der starke Plot von einer gnadenlos gut geführten Kamera. Ja...tatsächlich erinnert -The New Daughter- da manchmal an Szenen aus -Signs-; und zwar an die Besten.
Dann, in den letzten zwanzig Minuten des Films, reißt Berdejo dieses wunderbare Horror-Szenario komplett auseinander und verwandelt einen sehr guten Film in eine Trash-B-Movie Produktion mit einem unpassenden Ende. So sehe ich das jedenfalls. Wie kann man so daneben liegen, wenn man am Anfang wirklich alles richtig gemacht hat? Ich weiß es nicht. Es ist natürlich auch möglich, dass ich das nur allein so sehe...
-The New Daughter- hat mich mitgenommen, begeistert und dann maßlos enttäuscht. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die Story auf einer Kurzgeschichte des genialen John Connolly basiert, darf man sich noch ein wenig mehr ärgern, dass die Umsetzung nicht komplett geklappt hat.
Ich bekenne mich gern als Costner Fan und es tat wirklich gut, Kevin Costner in dieser Produktion zu sehen. Mit einem Schuss mehr Fingerspitzengefühl für die Story und dem Mut, das "Böse" nicht frontal vor die Kameralinse zu zerren, hätte -The New Daughter- locker das Format von -Die Mothmen Prophezeihungen- oder -Das Waisenhaus- erreichen können. So sind achtzig brilliante Minuten und zwanzig Minuten Ausschuss herausgekommen. Zurückgelassen haben sie einen Rezensenten, der nicht weiß, ob er drei oder vier Sterne geben soll und sich schlussendlich mal wieder zu Gunsten des Angeklagten entscheidet.