Nun hat die Reise von Roland, dem Revolvermann, also ein Ende, nach drei Jahrzehnten und sieben Büchern.
Ich hatte das Glück, die Reihe erst zu entdecken, als der vierte Band „Wizard & Glas" schon erschienen war, andere mussten länger auf die Fortsetzungen warten...
Ohne Zweifel zählen die ersten vier Bände der Saga zum Besten, was die zeitgenössische Belletristik zu bieten hat. Wusste King beim ersten Band noch nicht so recht, wohin mit der Geschichte, entwickelte er später eine komplexe Story mit tollen Figuren und mitreißender Action. Und über allem ragte stets der praktisch unfehlbare Roland heraus. Was für ein Sympathieträger, nicht zuletzt durch die tragischen Aspekte seines Lebens.
Band 5 „Wolves of the Calla" ließ in meinen Augen schon etwas nach, und „Song of Susannah" war eher eine Durchgangsstation als ein eigenständiges Buch.
Ein großer Minuspunkt war außerdem, dass Stephen King seine alten Werke zusehends mit ins Spiel brachte und sie mit dem „Dunklen Turm" verschmelzen ließ. Und ehrlich gesagt möchte ich NICHT, dass ein Buch von Stephen King sich DERART ausführlich mit Stephen King selbst beschäftigt und dieser dann in der Geschichte auftaucht!
Mag das für ihn selbst therapeutischen Nutzen gehabt haben, viele Leser hat es wohl eher genervt.
Über den letzten Band hatte ich im Vorfeld eher gemischte bis negative Kommentare gelesen, insofern war meine Erwartung nicht zu hoch.
Ich kann aber guten Gewissens sagen, dass ich "Der Dunkle Turm" bzw. „The dark tower" insgesamt wirklich gelungen finde!
Ein anderer Rezensent benutzte das schöne Wort „pageburner" - absolut zutreffend! Die Story ist äußerst fesselnd und bietet viele spannende Szenarien und Kämpfe.
Mias Sohn Mordred kommt endlich auf die Welt, die Freunde kümmern sich um die "Breaker" und kommen ihrem Ziel, dem Turm, Stück für Stück näher. Doch damit die Geschichte weitergehen kann, muss erstmal noch der Schriftsteller von seinen eigenen Figuren gerettet werden...
Natürlich sind auch viele ergreifende Momente dabei. Ich habe tatsächlich mal wieder geweint beim Lesen, das ist mir das letzte Mal am Ende von „Wizard and Glas" passiert, bei der unfassbar tragischen Geschichte von Susan Delgado...
Ein Minuspunkt, der auch in anderen Rezensionen anklingt, ist der, dass die Art und Weise, wie sich manche Figuren aus der Story verabschieden, etwas abrupt und lieblos erscheint. Man hat das Gefühl, King wollte so manchen Handlungsfaden möglichst schnell zu Ende führen und dabei möglichst alle Figuren noch unterbringen.
Für mich unbefriedigend bleibt zudem, dass über den Verbleib der Glaskugeln nichts weiter erzählt wird. Dafür, dass um „Black Thirteen" und auch den „Pink Ball" so ein Wirbel gemacht wurde, verschwinden sie relativ unbemerkt.
Ich hatte eigentlich auch noch mit einem Auftauchen von Rhea, der Hexe, gerechnet. Ihr Verbleib bleibt aber im Dunkeln. (Oder hab ich was überlesen??)
Tja, und dann ist da noch das Ende, zu lesen in der „Coda". Steven King warnt ausdrücklich davor, es zu lesen. Aber natürlich will man wissen, was Roland denn nun im Turm findet...
Ich fand es cool!
Insgesamt also ein zufriedenstellender Abschluss einer legendären Reihe, der sicher nicht alle Fans begeistern wird, aber immerhin ist King jetzt fertig!
Und, wer weiß, vielleicht war es ja wirklich eins seiner letzten Bücher...
Ach, als ob der Mann das Schreiben lassen könnte! ;-)