Schande über mich, dass ich Iced Earth im Grunde genommen nie beachtet habe, obwohl ich seit Jahren zwei Alben in der Sammlung zu stehen habe. Sie sind irgendwie immer an mir vorbei gelaufen. Erst mit dem aktuellen Werk 'The Glorious Burden' habe ich mich auch eher aus Neugier der Band um Jon Schaffer gewidmet. Nun dies ist ein gutes Album mit einem fantastischen Ende, aber als ich mich auch mit der Matt Barlow -Phase intensiv auseinandergesetzt hatte, hätte ich fast heulen können, dass ich die Band nie groß beachtet habe. Tim Owens ist ein klasse Sänger, aber das Gefühl in der Stimme eines Matthew Barlow strahlt er nie und nimmer aus. Zwar ist in meinen Augen 'Something wicked this way comes' das beste Iced Earth Werk, was die Konstanz betrifft, aber 'The Dark Saga' beinhaltet mitunter die besten Songs. Schon der Opener 'Dark Saga' ist ein Meisterwerk, das man aber erst nach einigen Durchläufen als jenes erkennt. Der Song beginnt sehr ruhig und steigert sich mit gnadenlos harten Riffs immer mehr. Dazu kommt dieser wunderbar differenzierte Gesang von Barlow, der immer überzeugt, egal ob bei den ruhigen Stellen oder den harten. Warum mit 'I died for you' wieder ein ruhiger Song folgt, kann ich zwar nicht nachvollziehen, aber es ist wohl der beste Track der Band. Der Text bringt einen fast zum Heulen genauso wie der Gesang oder die wohldosierten Riffs von Meister Schaffer. Wer solche Emotionen in einem Song verarbeiten und die Menschen zu Tränen rühren kann, der ist als Songwriter ganz groß (siehe auch 'Watching over me' vom 'Something wicked...'-Album). Tja, Jon Schaffer ist schon ein Phänomen. Was er schreibt wird meist zu Gold und seine Riffs reihen sich in eine Reihe mit Meistern a la Kirk Hammet oder Jeff Waters. Das ist auch beim nächsten Track, dem trashigen 'Violate', zu bewundern, obwohl der Track zu einem der Schwachpunkten des Albums gehört. 'The Hunter' ist hingegen ein absoluter Ohrwurm, den man nicht mehr aus den Lauschern bekommt. Auch 'The last laugh' gehört zu der Kategorie, wobei er wieder wesentlich härter ist. Auch 'Vengeance is mine' ist ein hervorragender Song, der sich wunderbar zum Abreagieren eignet. Danach folgt die 'The Suffering' Triologie (Schaffers Lieblingskompositorium!), die sehr behäbig und langweilig mit 'Scarred' startet. Textlich handelt sie vom Spawn Superhelden bzw. dessen Ende, der auch auf dem Cover zu bewundern ist. Aber 'Slave to the dark' haut dafür um so mehr in die Fresse und eignet sich hervorragend als 'Intro' für 'A Quest of Heaven'. Der Song startet als Ballade und steigert sich immer mehr. Hinzu kommt noch der wunderschöne Frauengesang von Kate Barlow, der Frau von Matt und Schwester von Schaffer, im Chorus. Insgesamt ein wirklich gutes Album mit wenigen Durchhängern, dass eigentlich in jede Sammlung gehört.