Es bietet sich nun bei Batman die Gelegenheit, auf die Trilogie einzugehen. Diese Möglichkeit möchte ich nutzen. Daher wird diese Rezension ein wenig anders sein als die Anderen. Ich verzichte überwiegend auf die Wiedergabe des Inhalts, vielmehr gehe ich auf die Bewertung und auf die Blu-Ray ein.
Ich habe damals, im Jahre 2005 den ersten Teil, 'Batman Begins', mit großer Freude erwartet, weil ich eben ein großer Fan von Batman bin. Seit der Kindheit. Für den Einen oder Anderen schien es damals ein zunächst gewöhnlicher Film zu sein. Ein Film, für den man keine besonderen Erwartungen gesetzt hatte, auch ich nicht. Gerade weil es vielleicht nur eine Comicverfilmung war. Doch in einer Hinsicht war Ich mir absolut sicher: Allein die Besetzung spricht für sich: Christian Bale, Morgan Freeman und Liam Neeson unter anderem. Zugegeben: Regisseur Chris Nolan war mir zu dem Zeitpunkt unbekannt.
Als ich dann den Film endlich gesehen hatte, war ich einfach sprachlos. Es gab und gibt keinen besseren Batman. Christian Bale hat die Rolle des dunklen Ritters exzellent verkörpert. In Kombination mit der ersten epischen Geschichte und den anderen Schauspielern, ist für mich Batman Begins der erste Teil vom Meisterwerk. Besonders erwähnenswert sind die Dialoge zwischen Bale und Neeson, die so qualitativ sind, dass man verblüfft ist, es handele sich hier "nur" um eine Comicverfilmung. Doch für mich ist es vielmehr als das! Eine durchaus realistische Geschichte gepaart mit viel Action und Dramatik. Die Entstehungsgeschichte wurde sehr düster, aber dennoch nachvollziehbar erzählt. Batman möchte seine Angst mit Anderen teilen und somit das Böse bekämpfen. Das Ende gibt dem Zuschauer die Andeutung auf eine spannende Fortsetzung. Zurecht!
Drei Jahre später dann der zweite Teil - 'The Dark Knight'. Batman wird zum ersten mal ein Ultimatum gestellt. Egal wie er sich entscheidet, die Ausgangslage bleibt negativ: Soll er seine Freundin, Rachel retten, oder Gothams '"weißen Ritter"', den Staatsanwalt Harvey Dent? Letzteres geschieht, wenn auch nicht vom Schicksal geleitet. Chris Nolan hat den Film vom Scheintod des Commissioners Gordon bis hin zu diesem Ultimatum, so packend erzählt, dass dem Zuschauer nichts anderes bleibt, als sich in dem Film zu verlieben. Mir jedenfalls erging es so. Ob Fan oder nicht. Die Dramatik bekommt der Zuschauer hart zu spüren. Besonders gegen Ende. Dies ist auch der Filmmusik von Hans Zimmer zu verdanken, der eine grandiose Komposition abliefert, die genau eines bezwecken soll: Die düstere Atmosphäre am lebendigen Leib zu erfahren. Das Ende könnte tragischer und fesselnder nicht sein. Die Hoffnung Gothams auf eine friedliche Zukunft stirbt mit Harvey Dent, die Wahrheit wird vertuscht und Batman wird zum Sündenbock.
Hollywood vergibt zwei Oscars. Einer geht an Heath Ledger. Verdient? Absolut! Der Joker ist doch der eigentliche "Held" dieses Teils. Es muss nicht immer Batman sein, wobei auch hier Bale eine konstante Leistung abliefert. Der Joker hebt sich jedoch in diesem Teil von allen anderen hervor. Ein verrückter, aber dennoch genialer Clown, mit dem nicht zu spaßen ist. Heath Ledger hat seine Rolle des Jokers nicht nur gespielt, er hat sie gelebt! Das meinte Chris Nolan in einem Interview. Die Art und Weise, wie er Joker präsentiert, ist einzigartig. Nolan war von Ledgers unbeabsichtigten Mimiken (das mit dem Mund und der Zunge) so angeekelt, aber trotzdem begeistert, dass er dies gleich in die Endfassung aufnahm. Ursprünglich tat Ledger dies nur, weil ihn die Schminke störte. Für mich steht eines fest: Ich wage zu bezweifeln, dass es jemals einem anderen Schauspieler gelingen würde, Ledgers Leistung als Joker zu übertrumpfen - im wahrsten Sinne des Wortes.
'The Dark Knight' ist eine Fortsetzung, die an Dramatik zugenommen hat. 2/3 des Weges bis zum Meisterwerk sind geschafft. Nicht mehr, nicht weniger. Allen voran ist es Heath Ledger zu verdanken. Wie keinem anderen Bösewicht zuvor oder danach, gelang es Joker Batman seelisch zu verletzen, als er eben eine wichtige Person seines Umfeldes, das Leben genommen hat, der Bruce Wayne Nahe stand. Der Joker ist Batman als Gegenspieler ebenbürtig. Seitdem hat er sich in die Herzen der Zuschauer und Fans geschlossen. Umso trauriger, dass er im Finale nicht mehr auftreten kann, obwohl es so vorgesehen war.
Nun also, 'The Dark Knight Rises'. Direkt als Erstes ist zu sagen: Der krönende Abschluss der Trilogie. Der neue Gegner heißt Bane. Ein muskulöser, aber dennoch schlauer Bösewicht, der sogar Batmans Identität entlarvt hat und ihm das Rückgrat zunächst verletzt. Nolan hat mit Absicht einen Gegner gewählt, der sich von seinen Vorgängern unterscheidet. Das war eine richtige Entscheidung. Das verleiht der ganzen Trilogie mehr Abwechslung und stellt damit auch Batman vor vielen Hindernissen, die er zu bewältigen hat. Erneut wird die Geschichte authentisch erzählt. Über die schauspielerischen Leistungen aller ist kein Wort mehr zu verlieren. Nichts anderes als eine Weltklasse Leistung, wobei Michael Caine als Butler Alfred besonders gelobt werden muss. Erwähnenswerter ist die wunderbare Kulisse und die Special Effects. Hierbei dient New York als Vorlage und wird zum fiktiven Gotham. Ich sage nur: Fliegende Gullideckel, gesprengte Brücken, oder der Endkampf zwischen der Polizei und den Anhängern Banes. Die Batman-Reihe hat sein Ende gefunden und ist mit 'The Dark Knight Rises' ein mehr als gelungener Abschluss dieser Trilogie. Chris Nolan sei Dank, dass der Film nicht in 3D erschienen ist und er sich für IMAX entschieden hat. Erfreulich, dass es noch Leute gibt, die nicht immer mit dem Strom, sondern dagegen schwimmen und, die nicht immer nur ans Geld denken!
Batman/Bruce Wayne wird insbesondere im letzten Teil dieser Trilogie zur tragischen Figur. The Dark Knight Rises ist in jeder Hinsicht kein gewöhnlicher Film. Eine Comicverfilmung verbunden mit der Thematik des Terrorismus und auch der Wirtschaftskrise (welches ein Spiegelbild unserer heutigen Welt ist), die zudem eine Verknüpfung mit einer tragischen Geschichte erhält. Es sind sicherlich mehrere Faktoren die dazu beitragen, weshalb die erste Hälfte des Films vielen nicht "passt". Der Film baut jedoch seine Handlung bis zu einem gewissen Punkt auf, um die Rückkehr Batmans rechtzufertigen. Die Dialoge setzen geradezu neue Maßstäbe, siehe Bale = Caine. Bei ihnen kommt der Aspekt der Tragik zum Vorschein. Nicht zuletzt deswegen, weil die Liebe Waynes (Rachel) einem Verrückten zum Opfer fiel. Batman sieht sich in der Verantwortung, Gotham als Beschützer zur Seite zu stehen. Sein Fall und seine spätere Auferstehung ("Rise" ist der bessere Ausdruck) ist zwar vielleicht keine Besonderheit, die schwer vorauszusehen wäre, allerdings erfreut sich der Zuschauer darüber, dass das Gute über das Böse gesiegt hat. Und vor allem, dass Batman von Gotham als Retter erkannt und gewürdigt wird, als Held und nicht als Antiheld.
Klarstellung: Viele sind der Meinung, dass Bane dem Joker nicht das Wasser reichen könne. Dieser Vergleich ist insofern falsch, da zwei absolut verschiedene Typen in zwei verschiedenen Filmen zum Vorschein kommen, die in einem Kontrast zueinander stehen. Während Joker ein wahnsinniger Genie ist, terrorisiert Bane Gotham. Tom Hardy ist natürlich durch diese erschreckende Maske eingeschränkt. Doch es ist eben seine Figur und sein Aussehen, was Angst vermitteln soll. Da bedarf es keiner Mimik. Bei Joker ist es eher das Unberechenbare, was ihn gefährlich macht. Jedoch empfiehlt es sich die englische, originale Film-Fassung anzuschauen. Banes Synchronisation ist da gelungener.
*Nachtrag zur Blu-Ray*
Da die "negativen" Punkte eher nüchtern ausfallen (eigentlich nicht der Rede wert, aber aufgrund der nicht vorhandenen Aspekte, die zu bemängeln wären) und den Gesamteindruck der Blu-Ray in keinster Weise trüben, gleich mal vorweg: Der deutsche Ton hat "lediglich" DD 5.1 zu bieten, während die englische Tonspur in DTS-HD Master Audio 5.1 ist. Das ist leider etwas schade, aber für jene, die den Film in vollem Unfang genießen wollen, nehmen eh den englischen original Ton in Anspruch. Zumal Bane, wie bereits erwähnt, dort einen besseren Eindruck hinterlässt in Bezug auf seine Sprache und Stimme. Der Film wird in 1080p wiedergegeben und ist je nach Szene entweder in variabler 16:9 2.40:1 Qualität oder in 1.78:1 IMAX-Sequenz. Problematisch wird es etwas, wenn das Bild oft zwischen 2.40:1 und 1.78:1, also IMAX, hin und her wechselt. Da gibt es schon Unterschiede. Ein Wendecover gibt es leider nicht, was bei dem groß aufgebrachten USK Logo mehr als wünschenswert gewesen wäre. Sei es drum.
Das IMAX Verfahren ist wirklich das Maß aller Dinge in Sachen Film-Dreh. Diese Sequenzen verleihen dem Film eine noch authentischere Atmosphäre, sodass man das Gefühl hat, Teil des Films zu sein. Hier wieder Lob an Chris Nolan, der dieses Verfahren für das Finale fortgesetzt hat. Zur Freude der Fans und Zuschauer beinhaltet die Blu-Ray zwei Discs. Die Eine ist natürlich der Film, und die Andere widmet sich dem Bonus-Material, die mit drei Stunden Spielzeit wirklich nicht zu kurz kommt. Darin gezeigt werden unter anderem: ein Blick hinter den Kulissen, alle Batmobile, Interviews mit den Schauspielern usw.
Fazit:
Die Batman Trilogie von Schöpfer Chris Nolan gehört zu eines der Besten überhaupt!
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