Die Verfilmung des großartigen Buches
Damned Utd orientiert sich weitgehend an der literarischen Vorlage, weshalb hinsichtlich des Inhalts auf meine Besprechung des Buches verwiesen werden soll.
Was ist zur DVD zu sagen? Selbst jene, die sich nicht für Fußball interessieren, aber dafür für die englische Sprache, werden mit "The Damned United" viel Spaß haben. Denn der großartige Michael Sheen lässt Brian Clough ein scharfzüngiges Nordenglisch sprechen, mit dem man früher in der Schule allerdings kaum Dank geernet hätte. Fußballfans, die das Buch kennen oder sich durch den Film über Cloughs tragisches Scheitern in Leeds informieren wollen, werden von der sorgfältigen Auswahl der Darsteller und dem hervorragenden Drehbruch begeistert sein. Obwohl Michael Sheen im Film jünger wirkt, als der echte Brian Clough bei seinem Amtsanritt in Leeds tatsächlich war, werde ich die Person Brian Clough stets mit ihm verbinden, so wie Colm Meaney und Timothy Spall ihre Protagonisten Don Revie und Peter Taylor lebendig werden lassen. Michael Sheen mimt Brian Clough nicht auf zurückgenommene, zurückhaltende Weise. Im Gegenteil, er reizt die (mitunter etwa dümmliche) Großspurigkeit seines Helden aus, ohne dabei allerdings den Bogen zu überspannen. Selbst die Nebenrollen, etwa Stephen Graham als der unverhohlen gegen den Trainer spielende Leeds-Kapitän Billy Bremner oder Jim Broadbent als der Vorsitzende des früheren Clough-Vereins Derby County, Sam Longson, sind einfach großartig besetzt. Die Handlung orientiert sich wie gesagt eng am Buch, wobei so manche interessante Szene der Schere zum Opfer gefallen und nur im Bonusmaterial zu finden ist, etwa jene, in der Clough den Schreibtisch seines Vorgängers Don Revie zerhackt und verbrennt. Indes bleiben zahlreiche Szenen übrig, etwa Cloughs Fernsehinterview kurz vor seinem Amtsantritt oder sein erster Besuch beim Vorstand von Leeds United, die man wieder und wieder anchauen möchte, einfach, weil sie so grandios gespielt sind. Ganz nebenbei vermittelt der Film auch die Atmosphäre des britischen - zumal, wenn es um den vorherigen Clough-Klub Derby geht, unterklassigen - Fußballs der siebziger Jahre mit schlammigen Plätzen, heruntergekommenen Vereinsheimen und Spielern, die Fußball arbeiten.
Fazit: Großes Kino für Fußballfans.