...das ist dieses Album wirklich im Vergleich zu dem noch etwas sperrigen und vom Gesamtsound nicht gerade überzeugenden Debütalbum. Gut war vor allem, den Sänger auszutauschen. Ich will ja Rod Tyler nicht zu nahe treten, aber gegen Russell Allen kommt einfach keiner an. Einfach irre, wie der Mann sowohl hohe als auch tiefe Passagen ohne Probleme bewältigt (ich sage nur: "The Haunting", letzter Ton...)
Doch auch was das Songwriting anbelangt, sind Symphony X im Vergleich zum Vorgänger viel reifer geworden; ganz besonders geil finde ich die ersten drei Songs, vor allem den Titeltrack, der einfach ein Wahnsinnskracher und ein genialer Opener für die CD ist. "Dressed To Kill" wiederum besticht durch den geilen Refrain und das coole Riffing. Übrigens: der Anfang erinnert mich manchmal ein bisschen an Metallicas "For Whom The Bell Tolls", aber das nur nebenbei.
Der komplexe Neun-Minuten-Track "The Edge Of Forever" mit der herrlichen Mittelpassage und den abermals irrwitzigen Soli beinhaltet seinerseits Passagen, die ein bisschen an die spätere "Accolade" erinnern - man könnte also sagen, dass dieses Album quasi der Grundstein für das famose "Divine Wings Of Tragedy" ist.
Doch auch alle anderen Songs sind ziemlich geil, wie das düstere "Secrets" oder die wunderbare Ballade "Whispers"...
Insgesamt kann man sagen, dass bei diesem Album Freunde der Frickelkunst (so wie ich) voll auf ihre Kosten kommen: Ein halsbrecherisches Solo jagt das nächste, Michael Romeo und Michael Pinnella duellieren sich geradezu auf Gitarre und Keyboard. In jedem Fall merkt man dem Album die Weiterentwicklung deutlich an, die Band nimmt einen durch ihre Spielfreude und ihre Kreativität völlig ein und man kommt anhand des technischen Vermögens aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Ich jedenfalls habe Phasen gehabt, wo ich die CD wirklich 'rauf und 'runter gehört habe - es lohnt sich wirklich, sie in die Plattensammlung mit aufzunehmen.