Ich stehe auf Rätsel und genauso mag ich Geheimnisse - noch mehr, wenn es welche aufzudecken gibt ;-) Daher gefällt mir schon alleine die Grundstory des Filmes SEHR gut. Die Geschichte ist von Anfang an fesselnd und interessant und man möchte wissen, wie die Handlung um Robert Langdon (Tom Hanks) und Sophie (Audrey Tautou) weitergesponnen wird. Ich will hier gar nicht zu sehr auf die Geschehnisse eingehen, da der Film wohl am spannendsten ist, wenn man so gut wie nichts davon weiß. Nur soviel: Der Onkel von Sophie wird im Louvre ermordet und der Hauptverdächtige für den zuständigen Polizisten Bezu Fache (Jean Reno) ist Langdon, sodass eine Hetzjagd nach ihm beginnt und er unbedingt herausfinden will, was hinter dem Ganzen steckt.
Im Grunde gilt das gleiche wie in der normalen Fassung: Auch hier ist die Handlung komplex und teilweise schwer nachvollziehbar. Man wird stellenweise mit Informationen von Verschwörungen und Theorien geradezu überschüttet und wenn man sich mit der Materie nicht groß auskennt, versteht man manchmal nur Bahnhof. Auch beim dritten anschauen (das erste mal im Kino, dann die Leih-DVD und nun die Extended Version) hatte ich noch kleine Probleme. Es wirkt außerdem auch etwas merkwürdig, dass die Hauptfiguren ständig vor schier unlösbaren Rätseln gestellt werden und innerhalb von Momenten auf die Lösung kommen - Experten hin oder her. Und warum sie manchmal an dem und dem Ort hinfahren ist mir manchmal auch ein Rätsel - aber mir gefällt das irgendwie, da man sich so sicherlich den Film mehrmals anschauen muss, um ihn richtig nachvollziehen zu können. In einigen Kritiken habe ich gelesen, die Leistung von Tom Hanks sei enttäuschend. Dem kann ich nicht zustimmen. Er hält sich in seiner Mimik und Gestik und dem ganzen Erscheinungsbild sehr zurück, was jedoch nicht zu lasch oder ohne Elan rüberkommt, sondern der Figur von Langdon eine Ruhe und Ernsthaftigkeit verleiht - er ist nun mal kein abenteuerlustiger Spaß-Mensch wie etwa Indiana Jones. Und auch der Rest der Besetzung leistet seinen Dienst, allen voran noch Ian McKellen, der als Verschwörungs-Theoretiker besonders kauzig und sympathisch gelungen ist.
Nun etwas mehr zu dieser erweiterten Fassung: Einige der Dialoge wurden erweitert bzw. Szenen wurden hinzugefügt. So bekommt man beispielsweise mit, dass die Flucht aus dem Museum durch einen Wachmann erschwert wird. Daher droht Sophie, ein Gemälde zu zerstören, sollte er die beiden nicht laufen lassen. Woraufhin er die Waffe fallen lässt. In meinen Augen wirkt die Szene etwas lächerlich und nicht gerade bereichernd. Und ein ähnliches Gefühl hatte ich auch bei den restlichen neuen Momenten des Films: Es werden zwar hier und dort einige Dinge besser erklärt, insgesamt handelt es sich jedoch nur um Kleinigkeiten, die eine Extended Version" nicht wirklich rechtfertigen. Ich empfand diese längere Fassung sogar als etwas schlechter als die normale Version. Das liegt daran, dass einige Stellen nun lang gezogen wirken, was auf Kosten der Dramaturgie geht. Auch passen einige Sachen nicht wirklich zusammen. So verweist Sophie ziemlich am Anfang auf eine Blutspur (hinzugefügte Szene) um dann gleich darauf noch einmal "Blut" auszurufen (normale Szene). Oder man bekommt einen weiteren Einblick in ein Gespräch zwischen zwei Geistlichen, die auf einen Anruf warten. In der darauf folgenden, auch in der Kinofassung vorkommenden Szene, wird zu Beginn gleich wieder erwähnt, sie würden auf einen Anruf warten. Ingesamt wirkt die Aneinanderreihung zwischen neuen und alten Szenen nicht wirklich durchdacht. Und aufgrund der Tatsache, dass sich auf dem DVD-Set nur diese Extended Version und nicht zusätzlich die Kinofassung enthalten ist, man also somit nicht die Wahl hat und unterm Strich mehr Geld für einen (in meinen Augen) nicht mehr so stimmigen Film ausgibt, muss ich leider einen Stern abziehen.
Dennoch steckt der Film auch in dieser Fassung voller Überraschungen, von denen ich einige leicht vorhersehbar fand, andere dagegen gar nicht. The Davinci Code" ist wirklich fesselnd und vor allem die Inszenierung ist großartig, denn er zeigt auch, dass ein gesundes Maß an Spezialeffekten einen Film nicht erdrücken müssen. Besonders die Szenen, in denen sich Gegenwart und Vergangenheit in einem Bild vermischen bzw. die Gedanken von Langdon Gestalt annehmen, sind spitze - genauso wie die Filmmusik. Fazit: Auch in der Extended Version sehenswert. Ich empfehle aber ganz klar die normale Kinofassung!