...sollte der eigentliche Titel von Blondies neuem Album heissen. Denn dieses ist wahrhaftig ein Segen und kein Fluch. Klang Blondies Reunion-Comeback 1998 mit No Exit noch etwas unbeholfen und verloren, so hat die Gruppe nun endgültig zu alter Form und Stärke zurückgefunden. Und die liegen eindeutig in Uptempo-Nummern und diese sind glücklicherweise wieder recht zahlreich vertreten. Auch scheint sich Debbie Harry wieder auf ihre wahnsinnige Engelsstimme besonnen zu haben, denn auf "The Curse Of" singt sie in einer wesentlich höheren Stimmlage als auf dem Vorgängeralbum No Exit. So fühlt man sich tatsächlich an Blondies Anfangszeiten erinnert und es beschleicht den Hörer durchaus das Gefühl, Debbie (oder besser gesagt ihre Stimme) sei keinen Tag gealtert. Es gibt etliche potentielle Hits. Allen voran "Good Boys", dieser Song darf mit Fug und Recht seinen Platz als einer der besten Tracks des Jahres beanspruchen. Good Boys ist Blondie in seiner reinsten Form. Innovativ, einprägsam, ungezwungen. Ein sehr feines Stück Dance-Pop, das gar nicht erst vorgibt mehr sein zu wollen. Anders der epische Rocker "Golden Rod". Man kann diesen Song 10 mal anhören und entdeckt immer noch neue Strukturen und Melodien. Mit "Rules For Living" präsentieren Blondie eine der besten und eindringlichsten Balladen ihrer Geschichte. Blondie sind wieder da, Gott sei Dank, bei all den bedeutungslosen Kunstprodukten der Musikindustrie hat man sie so schmerzhaft vermisst. Debbie Harry und ihre Band hat zurück zu Punk und Studio 54 gefunden und diese verändert ins neue Jahrtausend transportiert. Long live Blondie!