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Schon oft wurde das Ende von Robert Smith und seinen Mannen orakelt. Doch der Cure-Mastermind, dessen Haarpracht immer noch aussieht, als hätte jemand auf dem Rücken liegenden Spinnen die Beine verdreht, hat alle Totsagungen überlebt, mehr noch: Der Kult um The Cure steigert und steigert sich. Erst schien nach der Bloodflowers-Tour 2001 Schluss zu sein, dann endgültig mit der Beendigung des Uraltvertrages mit dem Label Fiction. Robert gehe solo, hieß es. Doch es folgt unerwartet die triumphale Kurz-Tour Dark Trilogy und dann sickert durch: The Cure gehen ins Studio, und zwar nicht mit irgendeinem Produzenten, sondern mit dem Mischpulthexer Ross Robinson, der gerne mit Lärm-Bands wie Korn, Limp Bizkit, At The Drive-In, Slipknot, Soulfly oder The Blood Brothers arbeitet.
Diese "Ross-Kur" hat den Briten hörbar gut getan, denn Nu-Metal-Guru Robinson, gleichzeitig Besitzer des Labels I AM (auf dem The Cure unterzeichnet haben), wollte etwas anderes. Er wollte The Cure live als Band im Studio. So haben die Briten nur ganz zu Beginn ihrer langen Karriere Songs aufgenommen, und deshalb passt der Titel The Cure. Zudem gelang es Robinson, den ganzen Cure'schen Bombast sowie Pathos und Epik klein zu halten, ohne dass das dichte und einzigartige Klangbild Schaden genommen hat. Ein paar Pop-Elemente haben die Veränderung überlebt, ansonsten aber ist The Cure atmosphärisch finster, kraftvoll, variantenreich in Härte und Tempo und sehr von den Gitarren bestimmt. Vom Ende der Fürsten des dunklen New Waves kann keine Rede sein. --Sven Niechziol
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Man kann von der CD enttäuscht sein. Der rohe, teilweise schräge Live-Sound der CD ist gewöhnungsbedürfig. Die CD klingt schlecht abgemischt: Die Keybords sind teilweise kaum zu hören, dafür ist der etwas schräge Live-Gesang von Robert Smith viel zu sehr in den Vordergrund gemischt. Das kann einem auf Dauer schon etwas auf die Nerven gehen, vor allem weil Smith in manchen Stücken nahezu ununterbrochen singt.
Es ist auch verständlich, daß die lauten, harten und nicht gerade melodiösen Gitarrensongs wie 'Lost', 'Labyrinth', 'Us or Them' und 'The Promise', in denen Smith teilweise gehörig herumschreit, nicht allen Fans zusagen. Umgekehrt kann man beklagen, daß zu viele belanglose, weil schon so oft gehörte, typische Cure-Popsongs ('End of The World', 'alt.end', ('I Don't know what's going) On' oder 'Taking Off') auf der CD sind.
Andererseits: Gerade der Live-Sound der CD hat auch etwas Innovatives. Vor allem die harten Stücke sind ungemein energiegeladen und druckvoll und reißen einen sofort mit - an dieser Stelle muß die unglaubliche Schlagzeug-Performance von Jason Cooper erwähnt werden. Überhaupt gehen einem alle Songs nach mehrmaligem Hören nicht mehr aus dem Kopf.
Wer die leichten Cure-Popsongs à la 'Friday I'm in love' mag, wird von den poppigen Songs der neuen CD nicht enttäuscht sein.
Zudem ist 'Going Nowhere', das melancholische Schlußlied, für mich einer der besten Cure-Songs überhaupt. Auch 'Before Three' und das düstere 'Anniversary' sind Highlights des Albums.
Fazit: "The Cure" ist nicht die beste Cure-CD überhaupt, wie Smith so gerne behauptet, aber es ist auch keineswegs eine der schlechtesten. Konsequent daher meine Bewertung: 3 Sterne.
Im Zweifel würde ich aber jedem raten, der CD eine Chance zu geben. Wer Cure mag, wird auch auf dieser CD auf jeden Fall ein paar Songs finden, die ihm sehr gefallen.
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