John Stainers "The Crucifixion" zählt zu den bekanntesten kirchenmusikalischen Werken des 19.Jahrhundersts in England. Dabei handelt es sich um gottesdienstliche Gebrauchsmusik, also Musik, die während der Gottesdienste der Karwoche erklang und noch oft erklingt. Es ist kein Oratorium, kein Bühnenwerk wie große Passionen von Bach, Stainers Ziel war es, ein Werk zu schaffen, dass nicht nur in großen Kathedralen mit großen Chören und gewaltigen Orgeln aufgeführt werden konnte, diese Kräfte verlangt "The Crucifixion" nicht, sondern auch in kleinen Dorfkirchen realisierbar war, daher sind die verwendeten Mittel zur Aufführung sehr gering, was aber der Wirkung der Musik keinen Abbruch tut.
Die einzelnen Teile der Passionserzählung, beginnend in Gethsemane, sind unterbrochen von Chorälen, die die Gemeinde während der Gottesdienste singen konnte und so mit in das Werk eingebunden war, die meisten sind heute noch bekannt und oft gesungen. Begleitet wird der Gesang von der Orgel, einfach, aber von hoher Wirkung. Zentrum der Komposition ist der Chorus "God so loved the world" (Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen Sohn für sie hingab...). Das Mysterium des Kreuzes ist Zentrum der Betrachtung. Das Werk endet mit dem pathetischen Choral "All for Jesus", der das ausdrückt, was die Betrachtung der Passion Jesu leisten soll, eine Vertiefung in sein Leiden, um daraus gestärkt hervorzugehen und alle Leiden zu überwinden.