Was vor dreißig Jahren noch unmöglich erschien, die Logienquelle zu rekonstruieren, ist nun Wirklichkeit geworden. Aufgrund jahrelanger Forschungsarbeit, den Möglichkeiten, die die Computertechnik bietet, nämlich wirklich verläßliche Wortstatistiken zu erstellen und auszuwerten, hat ein internationales Forscherteam jetzt ihr Ergebnis vorgelegt, die kritische Ausgabe der sogenannten Logienquelle Q. Damit hat im Grunde eine über zweihundertjährige Forschung, denn so alt ist die Hypothese der Zwei-Quellen-Theorie, ihren vorläufigen Abschluß gefunden.
Diese nun vorliegende Schrift wird die Theologie revolutionieren. Die ersten Kommentare zur Logienquelle sind in Vorbereitung und werden uns einen Blick sozusagen hinter den Vorhang der uns bisher bekannten christlichen Überlieferung ermöglichen. Mit der Logienquelle stoßen wir vor in die älteste Jesusüberlieferung, die auf palästinensischen Boden gewachsen ist, und jeder, der Freude hat an der kritischen Theologie wird mit dem Buch eine verläßliche Schrift in der Hand haben, die m.E. in das NT Graece hineingehört und uns den z.T. sehr widersprüchlich verlaufenden Prozeß der Überlieferung christlicher Botschaft besser verstehen hilft.
Nicht nur Griechischkenntnisse, sondern auch Englischkenntnisse sind gefragt, denn das Vorwort, das in die Geschichte der Forschung der Logienquelle einführt, wie auch die für das Verständnis des Buches wichtigen einführenden Kapitel sind englisch geschrieben.