Wenn man sich die Filmografie von George A. Romero anschaut, bekommt man ausschließlich Horrorfilme zu Gesicht, ein großer Teil davon ist im Bereich des Zombie-Horror anzusiedeln. Dieser Mann zeichnet sich für Regie und Drehbuch des Originalfilms von 1973 verantwortlich und diente beim Remake als ausführender Produzent. Zwar erinnern einige Szenen an einen Zombie-Streifen und auch Horrorelemente gibt es einige, insgesamt gesehen ist The Crazies aber ein Thriller ohne großartig übernatürliche Elemente, in dem es um menschliche Abgründe und den Überlebenskampf nach einem folgereichen Unglück geht.
Ein schiefgelaufenes Experiment, welches nie an die Öffentlichkeit gelangen sollte, verändert die Menschen dieses kleinen Ortes. Mehr Thriller als Horror, auch wenn alleine die Vorstellung an eine solche Situation grausig ist, der Film voller Schockeffekte steckt und es selten so schonungslose Bilder im Kino zu sehen gibt. Ob das so gut ist? Das kann man im Endeffekt sehen wie man möchte, aber gerade im letzten Drittel ist der Militär-Teil etwas zu stark ausgeprägt, was keinesfalls schlecht, aber anders als erwartet ist.
Der Film ist schonungslos, von der ersten bis hin zur letzten Minute. Zunächst die Tatsache, dass ein Vater seine Frau und seinen Sohn kaltblütig ermordet, das Militär keine Gnade kennt, Menschen tötet und anschließend verbrennt, dass sich niemand sicher fühlen kann und die Tötungsszenen sehr ausgeprägt sind und schocken! So kann man mitfiebern, hört sich öfters "Oh mein Gott" sagen und hofft, dass alles ein relativ gutes Ende nimmt. Das ist einer der positiven Aspekte des Films, da man das in diesem Genre nicht all zu oft findet.
Weiter positiv auffallen tun die Schauspieler. Timothy Olyphant und Radha Mitchell spielen sehr überzeugend und machen es dem Zuschauer leicht, zu hoffen, dass sie es irgendwie lebend aus dieser Situation schaffen. Von den Nebendarstellern ist Joe Anderson am häufigsten zu sehen und er spielt seinen Charakter auch am überzeugendsten. Er spielt sehr authentisch und man nimmt ihm die Rolle von Minute zu Minute mehr ab.
Toll ist auch, was aus dem Budget von zwanzig Millionen Dollar alles herausgeholt wurde. Massenszenen, verwüstete Städte, ein tolles Make-Up und überzeugende Effekte machen den Eindruck von einem viel teurerem Film. Weiter sind die Schockmomente nicht übertrieben, sondern schön portioniert im Film verteilt. Okay, die meisten erkennt man zwar bereits im Voraus, aber man kann ja nicht alles haben. Sowieso bietet das Drehbuch ein paar kleine Schattenseiten, denn es ist nicht alles Sonnenschein.
Es gibt einige Klischees, die regelrecht abgearbeitet werden. Das ist auch nicht mal das Schlimme, aber in Kombination mit einigen 08/15-Dialogen und der Tatsache, dass der Film zum Teil relativ vorhersehbar ist, fällt das schon ins Gewicht. Was zudem auch schade ist; Der Film bietet wirklich spannende Szenen, die die Zuschauer innerlich zerreißen, das Niveau kann er aber nicht die ganze Zeit über halten. Es gibt hier und da etwas Leerlauf, der etwas spektakulärer hätte inszeniert werden können, auch wenn es nie wirklich langweilig wird.
So ist "The Crazies" letztendlich ein guter Film geworden, der zwar davon entfernt ist, eine Perle in dem Genre zu sein, aber durch eine gute Inszenierung, spannender Szenen und guter Schauspieler unterhält und gar schockt. Dennoch bleibt das Gefühl zurück, dass hier noch mehr hätte drin sein können!