"The Contract" ist ein gutes Beispiel dafür, dass ein auf dem Papier viel versprechender Plot sich nicht zwangsläufig in einen guten Film umsetzen lässt.
Ich habe mir die DVD so auf Verdacht gekauft, weil man bei einem Film mit Morgan Freeman und John Cusack eigentlich nichts falsch machen kann; letztlich hat man es hier aber mit typischer 08/15-Konfektionsware aus Hollywood zu tun. Nicht wirklich schlecht, aber ziemlich belanglos ... Wahrscheinlich werden sich die meisten Beteiligten in zwei Jahren selbst nicht mehr daran erinnern, dass sie diesen Film gedreht haben.
Die mit etwas mehr als 90 Minuten ziemlich kurze Handlung besteht aus einer recht langen und aufwändigen Einleitung, die in meinen Augen den besten Teil des Films darstellt. Mit erkennbarer Sorgfalt wird versucht, eine Situation glaubhaft herzustellen, in der ein "Normalo" (Cusack) mit einem kaltblütigen Killer (Freeman) durch die Wildnis stapft und sich gegen allerlei Gefahren durchsetzen muss.
Der Hauptteil selbst ist dagegen in meinen Augen recht enttäuschend. Was als "tödliches Katz- und Mausspiel" und "Cooler Survival-Thriller" angekündigt ist, wirkt auf mich eher wie ein koffeinfreier Abklatsch der Fernsehserie "24". Das Hauptproblem des Films besteht darin, dass die Handlung in dieser Phase absolut überkonstruiert ist, und dass sie ausschließlich durch äußere Ereignisse vorangetrieben wird und zu quasi null Prozent durch die Psychologie der Hauptfiguren. Das ist natürlich fatal in einem Drama, in dem drei Charaktere in der Einöde aufeinander hocken und es geradezu nach psychologischer Interaktion schreit. Zumal dann, wenn man einen absoluten Giganten wie Morgan Freeman im Ensemble hat, der wahrscheinlich auch einen defekten Toaster in eine packenden Charakter verwandeln könnte.
Leider vernachlässigt Regisseur Bruce Beresford vollkommen, das schauspielerische Potential seiner Crew zu nutzen. Morgan Freeman hat einen genialen Moment, als zu Beginn mit fast schelmischem Grinsen einen ahnungslosen Millionärssohn vor ein fahrendes Auto wirft. Den Rest des Films verbringt er genadenlos unterfordert und in höflicher Zurückhaltung, wobei er selbst in diesem Zustand noch eine bemerkenswerte Ausstrahlung besitzt.
Bei John Cusack verstehe ich ehrlich gesagt überhaupt nicht, weshalb die Produzenten ihn unbedingt im Film haben wollten - vermutlich ist es nur der zugkräftige Name; Cusack ist absolut genial in Rollen wie "Grosse Pointe Blank", in denen er seinen schlitzohrigen Lausbuben-Charme spielen lassen kann. In einer Rolle wie in "Contract" bleibt er völlig blass und wäre gegen jeden beliebigen TV-Schauspieler austauschbar. Dem Charakter fehlt praktisch jegliche innere Entwicklung, und der Konflikt mit seinem Sohn, der anfangs einiges verspricht, bleibt leider unausgearbeitet und wirkt dadurch wie manch anderes Element überflüssig und rangeklatscht.
Am Ende kommen noch einige Fälle von Unlogik hinzu, die der Film vorher vermeiden kann; keine gravierenden Sachen, aber insgesamt bleibt der Eindruck haften, dass der Film sein anfänglich recht gutes Niveau nicht durchhalten kann. Für einen Videoabend ist das trotzdem ganz okay, aber alles in allem war es doch eine gute Entscheidung, dass ich für "The Contract" nicht extra ins Kino gefahren bin.