Eine Gay-Story einmal anders. Schwulsein ist hier kein Problem, sondern akzeptiert und wird als selbstverständlich behandelt. Der Focus dieser Geschichte liegt bei dem Thema, daß der 19-jährige Charlie nach dem Tod der Mutter, seinen 9-jährigen kleinen Bruder alleine großzieht und alles tut, um dieser Aufgabe gewachsen zu sein. Das ist er auch, bis ihm der hübsche Jordan über den Weg läuft.
Interessant ist vorliegend die Idee, daß hier die Gegensätze aufeinanderprallen. Während Charlie durch den früheren Alkoholabusus seines Vaters "gebrandmarkt" (im wahrsten Sinne des Wortes) und ein vollkommen braver Junge ist, spiegelt ihm Jordan das Gegenteil; er trinkt und raucht ab und zu. - Genau wie im realen Leben, man wird mit den Gegensätzen konfrontiert, mit welchen man überlicherweise ein Problem hat.
Sehr schön fand ich zwei Szenen: die eine, als Jordan Charlies verwundete Hand zärtlich küßt, und die zweite, als Charlie ihm die durch seinen Vater beigebrachte Brandwunde auf der Brust zeigt, und Jordan diese auch ebenfalls sanft mit dem Mund berührt. Der freche Jordan, dessen lausbübisches Gesicht einen irgendwie verzaubert, scheint trotz seiner "abgebrühten" Art tiefe Gefühle - die auch ehrlich rüberkommen - für Charlie zu empfinden.
Nervig finde ich die Szenen, in welchen Charlie sich durch Überforderung seinem jüngeren Bruder aggressiv verhält und ihn anschreit. -
Da mein Vorreiter unter den Bewertern hier das Ende des Films schon verraten hat, will ich damit herausrücken, wer der Produzent des Opus ist. - Ja, es war eine Überraschung für mich, der Hauptdarsteller ist auch gleichzeitig der Produzent.
In jedem Fall eine gute Arbeit, mitfühlend und keineswegs oberflächlich. Ich schließe mich meinen 4 Vorgängern an, in dem ich ebenfalls 4 Sterne verleihe.