Gut 3,5 Jahre ist es nun her seit ihrem letzten Longplayer. Mit dem halb Live/Studio(5 neue Songs) Album TFA (2010) gab es glücklicherweise etwas um die Wartezeit zu überbücken. Jetzt ist es aber endlich soweit und das neueste Werk der California Jungs ist ab sofort erhältlich. Und ich muss sagen, dass Warten hat sich mehr als gelohnt. Mit „The Connection“ liefern Papa Roach, dass wohl beste und vielfältigste Album ihrer Karriere.
Den Anfang macht der knapp 1 minütige instrumentale Opener „01 Engage“, der als nahtlose Überleitung zur ersten Single „Still Swingin“ fungiert. Mit zurrückhaltenen Drums und einer per Synthesizer eingespielten Melodie, baut sich das Intro langsam auf, stehts mit den hallenden Worten „We are the ones still swingin“ der leicht verzerrten Stimme im Hintergrund.
02 Still Swingin, die erste Single Auskopplung, ist den meisten bereits seit über 2 Monaten bekannt. Die Strophen werden vom aggressiven Rap Jacoby Shaddix's geprägt, gefolgt vom eingängigen Pre-Chorus „Non stop devestating everything...“ und dem hymnenartigen Refrain. Ein Klasse Einstieg ins Album und einen Song den wir bestimmt nun öfters als Opener sehen werden. Anzumerken ist hierbei noch, dass die Album Version 6 Sekunden länger ist als die Single Version, was dem erweiterten ( elektronischen) Zwischenteil zuzuschreiben ist. Bzw. wird dieser einfach nochmal wiederholt.
Weiter geht’s mit einem meiner absoluten Favoriten „03 Where Did The Anngels go“. Der Song beginnt bereits mit einem heavy Gitarren Riff und dem Einsatz der Doppelfußmaschine durch Tony Palermo am Schlagzeug. ( Wohl gemerkt, der erste Papa Roach Song überhaupt, bei dem Double Bass zum Einsatz kommt). Eine exzellente gelungene Steigerung im Refrain ( besonders im Ende mit Überleitung zum Scream) und den ohnehin starken Vocals, machen den Song zu einem der besten des Albums.
04 Silence is the Enemy sticht mit einem PRoach ungewohnten Sound herraus. Eine durchgehende Synthi Melodie im Refrain. Wer jetzt denkt, dass das ins discomäßige abdriften könnte, liegt total daneben. SitE ist ein klarer Rock Song dem die ( leichten) Electroklänge im Hintergrund sehr gut tun. Der Refrain ist einfach „big“ und der Ohrwurm ist garantiert. Im übrigen mein persönlicher Tipp für die nächste Single Auskopplung.
Mit 05 Before I die schlagen die 4 Herren zum ersten mal etwas sanftere Töne an. Auf die von verschiedenen elektronischen Klängen untermalten, ruhigen Strophen, folgt ein lauter eingängiger Chorus mit den Worten
„Maybe I said the right things wrong
But one last shot was too far gone
But if I can I swear that I
Will live for you before I die“
In den Lyrics verarbeitet Leadsänger Jacoby Shaddix die Trennung von seiner Frau, nach 15 Jahren Ehe, während der Aufnahmen für das neue Album. Ein schöner, doch zugleich trauriger Song, der einfach nach einem eigenen Musikvideo schreit.
06 Wish you never met me
Der erste Song, für den Jacoby nach eigener Aussage Lyrics schrieb.“ Wish you never met me“, was er wohl damals auf seine Frau bezog. Auf ein kurzes elektronisches Intro, prischt sofort der Gesang herin. Ein weiterer hymnenartiger Chorus, rundet den ohnehin vielfältigen Song ab und macht ihn zu einem der besten des Albums.
07 Give me back my life
Ein unglaublich energiegeladender Song, der einfach nur rockt. Die Lyrics werden durch den Gesang sehr gut übermittelt und es stellt sich einfach dieses typische „In your face!“ Gefühl ein. PRoach typisch hat er einen Refrain, welcher schon beim ersten mal im Gedächtnis hängen leibt. Ein starker Scream zum Ende, ist dann die Spitze des Eisbergs. Auch hier ein absoluter Tipp zum reinhören!
08 Breath you in
Super uptempo Nummer, die vorallem durch ihre Strophe hervorsticht. Der Refrain ist zwar nicht ganz so stark, wie bei bspw. „Where did the angels go“, lässt sich aber trotzdem hören und macht Laune auf mehr. Soweit ich es hören kann, wurden in diesem Song auch kaum - gar keine elektronsichen Sounds verwendet. ( zumindest kann ich keine ausmachen). Ein straighter Rock Song also.
09 Leader of the broken Hearts
Das neue „Forever“ könnte man sagen. Starke Lyrics, verstärkt durch den „leidenden Gesang“ Jacoby Shaddix's ergehen sich in einem Chorus, den man bestimmt bald im Radio hören wird. Der Song hat hohes Hit Potenzial!
10 Not that Beautiful
Ist auch wieder ein sehr vielseitiger aber auch dunkler Song. Bass und Drums verstärken dabei die Strophen ungemein. Im Refrain hört man neben Jacoby's auch die Stimme der Gastsängerin Shahnaz. Das erste Featuring mit einer Sängerin überhaupt auf einem Papa Roach Album. Not that bautiful ist extrem gut gelungen und überrascht mit einer Bridge, die an alte Tage erinnert. Richtig eine Rap-Einlage!
11 Walking Dead
Ein sehr getragener Song, den ich mir so gut wie immer anhören könnte. Die Gitarre ist hier sehr dominant, aber nie störend, sondern eher beruhigend. Der Refrain ist wieder Proach typisch und geht sofort ins Ohr. Wem der Song beim ersten mal nicht sofort überzeugt, sollte ihn eine Weile auf sich wirken lassen. ;)
12 Won't let up
Nach Still Swingin ( und teilweise Not that beautiful) der zweite Track, bei dem man wieder an alte Tage erinnert wird. Der Rap wird dabei unter anderem von elektronischen Klängen im Hintergrund begleitet und steigert sich zu einem Refrain, der mich an „Live this down“ von Metamorphosis erinnert hat. Unterstützt durch die tiefgründigen Lyrics „ Sometimes you got to lose everything
To find out that you’ve always been running blind..“ bereitet der Song allmählich das Finale des Longplayers vor.
13
Der Song beginnt sehr ruhig, steigert sich dann aber in einen unglaublichen Refrain, der mal wieder nur so vor Energie strotzt. Mit den schreienden Worten „ I’d rather die on my feet than live my life on my knees“ endet „The Connection“ abrupt. Ein perfekter Abschluss für das vielfältigste und meiner Meinung nach erwachsenste und bisher beste Album der Kalifornier Jungs.
Wie man nicht allzu schwer erkennen kann, bin ich restlos begeistert von „The Connection“. Es ist genau der Sound, den Papa Roach im Jahr 2012 haben sollte. Man kann das Album nicht einfach in eine Genreschublade stecken, da es zu vielfältig ist. Es ist einfach Papa Roach at it's best und sollte von jedem zumindest mal gehört werden, selbst wenn man von der Band bisher nichts wissen wollte, da ich überzeugt bin, dass auf dem Album für fast jeden Geschmack etwas dabei ist.Ich freu mich bereits auf die EU Tour in knapp 2 Monaten.
In der Deluxe Version gibt es noch 2 weitere Bonussongs ( insgesamt gibt es 4, einer exklusiv für iTunes „You gotta want it“ und einer Japan exklusiv „Set me off“ ), auf die ich in der Rezension zur Deluxe Version nochmal eingehe.