mich hat die geschichte auf vielen ebenen ergriffen.
zeichnerisch ist es schonmal genial, dass die mäuse ja kaum gesichter, aber immer wieder eine mimik und einen ausdruck haben, der bände spricht. vor allem auch die kleinen mäuse...
die familiengeschichte ist mit sehr einfachen mitteln ergreifend dargestellt. die mischung aus bild und text war für mich an fast allen stellen ohne fragezeichen nachvollziehbar - und doch ist es unvorstellbar, allein die vorstellung, wie oft man verraten werden kann. und wie oft man wieder von vorne anfangen kann.
den vater in der geschichte kann man nicht hassen, man muss ihn irgendwie bewundern (auch wenn man sich fragt, an welchen stellen er die geschichte etwas schönt). und trotzdem ist es sehr nachvollziehbar, wie er die menschen um sich herum in den WAHNSINN treibt.
mich haben vor allem die angerissenen fragen darüber beschäftigt, wie sich traumata auf einen menschen und die erlebnisse einer generation auf die folgende auswirken. fragen, die über den holocaust hinausgehen, aber hier sehr deutlich in ihrer tragweite sichtbar werden.
nicht zuletzt spricht mich auch die auseinandersetzung mit dem eigenen künstler sein an, die fragen, die verzweiflung, die unsicherheiten...
die "fakten" über auschwitz kannte ich weitgehend schon (vieles ist deckungsgleich mit anderer literatur z. b. "der ss-staat" von eugen kogon). wenn ich dieses vorwissen nicht gehabt hätte, hätte mich vieles in diesem comic wahrscheinlich umgeworfen. manches ging immer noch an die nieren.
ein hartes buch.
ich kann verstehen, dass jemand viele jahre an so etwas arbeitet. es war wichtig.
die verwebung zwischen jetzt und damals, zwischen den generationen, ist sehr deutlich geworden.
ich fand die englische version etwas besser lesbar als die deutsche übersetzung. das gebrochene deutsch ist zwar stimmig rekonstuiert, nervte aber mit der zeit doch.