Im April 1988 suchte George Harrison, der sich gerade in Los Angeles befand, ein Studio, damit er einen Track für eine Singleauskoppelung aufnehmen wollte. Also fragte er seinen Produzenten Jeff Lynne, der sein Langzeitprojekt ELO aufgegeben hatte und nun zur gleichen Zeit die letzte Platte von Roy Orbison aufnahm, ob er ein Studio wisse. Lynne schlug die Garage von Bob Dylan vor, diese hatte er zum Mini-Studio umgebaut. Bob Dylan zeigte sich einverstanden. Da Tom Petty noch Harrisons Gitarre hatte, traf man sich gleich in Bobs Garage. Auch Roy Orbison hatte nichts bestimtes vor und wollte vorbeischauen.
Dies ist die unglaubliche Entstehungsgeschichte einer der coolsten Bands der Spätachtziger: der Traveling Wilburys. Mehr aus Zufall fand man zusammen, um schnell "Handle with Care" aufzunehmen - heraus kam ein Projekt, das dreieinhalb Alben einspielen würde. Denn schon bald befand George Harrison, dass der aufgenommene Song viel zu gut für eine B-Seite war. Und so begann man ein ganzes Album aufzunehmen. Alle hatten dabei Spaß und die Aufnahmen selber gingen ohne großes technisches Brimborium von statten. Selbst ein eher missgelaunter und seit den 80igern in der Schaffenskrise befindlicher Bob Dylan war begeistert und steuerte mit "Tweeter and the Monkey Man" einen waschechten Dylan-Song bei, der, wie noch andere, nicht in der Betrachtung des Gesamtwerkes von Dylan fehlen darf. Die zweite Aufnahme für diese Song wurde gleich zum Master.
40 Wochen war Volume One in den Charts und bekam doppelt Platin.
Später folgte dann noch Volume 3 (Ein Volume 2 gab es offiziell nie, allerdings wurde Tom Pettys "Full Moon Fever" oft als solches betrachtet, da alle Wilburys auch hier einspielten), und schließlich noch der Bootleg Vol. 4 1/2.
Diese Edition bietet Volume 1 + 3, lange Zeit vergriffen, in remastered Version, dazu noch einige unveröffentlichte Tracks. Außerdem bekommt man noch eine DVD mit der Geschichte der Wilburys und verschiedenen Videos. Insgesamt ein abslutes Muss für Fans der Wilburys, aber auch für alle, denen die Musik von Bob Dylan, Tom Petty, George Harrison, Jeff Lynne und Roy Orbison gefällt. Schade, dass eine Reunion durch den Tod von Orbison (der schon auf Vol. 3 nicht mehr dabei sein konnte) und George Harrison nicht mehr möglich ist.