"Coast Guard" ist ein Film, der viele Fragen aufwirft, Unverständnis verbreitet und logischer Weise die militärischen Umstände in Südkorea scharf kritisiert. Der militärische Fanatismus des Hauptprotagonisten, Spione an der Küste aufzuspüren, nimmt zerstörerische Ausmaße an. Wie eine bewußtseinsverändernde Droge scheint sich dieser Wahn in seinen Kopf auszubreiten. Traumatisiert und gefühlskalt - lebt er in seiner militärisch erkrankten Idealwelt, ohne Regeln, Gesetze und Menschlichkeit.
Neben dem Coast Guard lebt in der Nähe des Sperrgebietes eine junge Frau, die auch Opfer des Militärs wird. Lethargisch und ebenfalls traumatisiert sucht sie die Nähe ihrer Peiniger und lebt fort an ihrer eigenen Welt, die das komplette Gegenteil von der des Coast Guard darstellt.
Die Gegenüberstellung beider Opfer ist Kim Ki-duk beeindruckend gelungen. Das Psychogramm beider Figuren ist ein Hilfeschrei, der weder gehört noch beachtet wird. Ein erschütternder und aufwühlender Film, der sicherlich nicht leicht zugänglich ist, aber fasziniert.