Die Priority Murder Squad des LAPD ist entsetzt: Man pflanzt ihnen einfach eine neue Vorgesetzte vor die Nase, und nicht etwa aus den eigenen Reihen, sondern eine Neue. Dass sie aus dem Süden kommt, was, Grosstadt oder nicht, als hinterwäldlerisch gilt, ist alles andere als hilfreich. Unterstrichen werden die Unterschiede in der Originalfassung natürlich von Brenda's Akzent, der ins Deutsche aber nicht so recht übertragbar war, es sei denn, man hätte sie z.B. Schwäbisch oder Bayrisch sprechen lassen.
Dabei ist Deputy Police Chief Brenda Johnson (Kyra Sedgwick, manchen bekannt aus 'Phenomenon') eine hochqualifizierte Frau, mit der höchsten Aufklärungsquote und CIA Training. Sie ist schlampig wie Columbo, hat den Verstand von Monk, ein tiefsitzendes Rechts- und Unrechtsbewusstsein, liebt Junk Food und ist schwerst schokoladenabhängig.
Mit ihren unkonventionellen Methoden und ihrer teils forschen Art brüskiert sie so manchen Kollegen und Vorgesetzten, und schnell wird klar: Diese Frau will sich nicht beliebt machen; sie will ihre Arbeit tun, und zwar gründlich! Trotzdem taut im Laufe der ersten Staffel das Eis im Team, und Brenda lernt, sich in LA zurechtzufinden (sogar im AUto :-)
Die Fälle sind oft komplex, immer interressant, und Brenda's Lösungen nie unglaubwürdig, die Charaktere haben Tiefe und Profil und die ganze Serie ist hochwertig produziert. Gott sei Dank hat man hier auf Wackel-Cam, ewiges hin- und hergezoome und hektische Schnitte verzichtet, Dinge die momentan sehr en vogue sind und oft übertrieben werden. Die Tonqualität ist gut, das Bild auch, aber leider auf 4:3 beschnitten (die US Version ist Breitbild, aber komischerweise letterboxed und nicht anamorph). Der Preis ist in Anbetracht der Laufzeit und fehlender Extras etwas hoch, doch The Closer ist es wirklich wert. Bleibt zu hoffen, dass man uns für die zweite Season nicht einen Arm und ein Bein abverlangt bzw. sie zweiteilt.