Was ist die vermutlich größte Angst einer werdenden Mutter, die kurz vor der Geburt steht? Den Fötus zu verlieren.
Beth, hochschwanger, ist mit ihrem Verlobten auf dem Weg zu ihrer Mutter. Beide steigen zwecks Übernachtung in einem Motel ab. Nachdem sich Beth' Verlobter nachts aus dem gemeinsamen Zimmer geschlichen hat, um sich etwas Eßbares einzuverleiben, entdeckt er nach seiner Rückkehr, das Beth verschwunden ist.
Sie hingegen wacht in einer schmuddeligen Badewanne auf und stellt fest, das man ihr Kind inzwischen per Kaiserschnitt geholt hat. Auf der Suche nach dem Kind und einem Ausweg aus der stillgelegten Fabrik, auf deren Gelände sie sich wiederfindet, wird sie von drei weiteren jungen Frauen gefunden, die alle das gleiche Schicksal erlitten haben wie sie.
Mit dem Verlust der Kinder ist aber, wie sich zeigen wird, der Alptraum noch lange nicht vorbei...
Man gewinnt als Zuschauer den Eindruck, sich mitten in einer wissenschaftlichen Studie zu befinden, die das Verhalten von Müttern in Extremsituationen aufzeichnen soll, denn alles, was die Frauen tun, wird via Monitor beobachtet und ausgewertet.
Doch welcher eigentliche Zweck liegt hinter all dem wirklich?
Der Grund für all das wird erst am Ende des Films deutlich und man kann ihn durchaus als extrem zynisch charakterisieren. Man spielt die insgesamt sechs Frauen, um die es sich im Film dreht, geschickt und mitleidlos gegeneinander aus und die eine oder andere bleibt dabei auf der Strecke.
Dieser seelenlose Auswahlprozeß wird untermalt von dem trostlosen Ambiente der vergammelten Fabrikanlage, das Fehlen eines Soundtracks (und damit wird bewußt auf die Musik als Träger von Gefühlen verzichtet) bewirkt, dass der Film über lange Strecken kalt und teilweise unpersönlich erscheint.
Im Gegensatz dazu steht das Leid der Frauen, ihre Angst (um sich und ihre Kinder), ihre Schmerzen und ihre Ungewißheit, merken sie recht bald, das es vom Gelände kein Entkommen zu geben scheint.
Fazit: ein sehr verstörender, wenngleich auch extrem spannender und fesselnder Film, der die Themen Adoption und Kindverlust in einen absolut ungewöhnlichen Kontext zu stellen vermag.
Die Frage nach dem Realismus sollte man sich vielleicht nicht unbedingt stellen...aber andererseits: wer kann schon in die Abgründe der menschlichen Seele schauen?