Was ich zur Deluxe-Edition von "Wonderland" geschrieben habe, trifft eigentlich auch auf "The Circus" zu. Der Klang der Musik ist im Vergleich zu meinen alten, aus den 1980ern stammenden, CDs erheblich besser und wieder ist die DVD ein für die Fans besonderer Happen, denn wie schon bei "Wonderland" gibt es hier einen Konzertmitschnitt, der zwar auch gekürzt wurde, wie das damals eben noch so üblich war, da solche Aufzeichnungen überwiegend für das Fernsehen gemacht wurden und man dort selten ein komplettes Konzert übertragen hat, dennoch aber ein schönes DVD-Erlebnis für die Fans ist. Dazu kommen wieder die Promovideos zu den Single-A-Seiten und die jeweiligen Top-Of-The-Pops-Auftritte von Erasure. Wirklich enttäuscht war ich eigentlich von dem Booklet und der Umverpackung. Während man die 21st-Anniversary des dritten Erasure-Albums "The Innocents" im Digipack geliefert bekam, das ein umfangreiches Booklet enthielt, hat man sich für "Wonderland" und "The Circus" für die dicken, unschönen Plastikboxen aus der Anfangszeit der CD entschieden. Irgendwie finde ich die hässlich und sie brauchen fast den doppelten Platz wie Digipacks. Ausserdem handelt es sich doch auch um so etwas wie eine Sammlung, die die Fans, die solche Deluxe-Editionen kaufen, anlegen wollen, und da sieht es optisch blöd aus, wenn die einzelnen CDs dann verschieden verpackt werden. Da hätte man bei Mute doch mal drüber nachdenken sollen. Am Ende bringt man dann "The Innocents" auch noch einmal heraus, nur dann eben auch im dicken Plastikbehälter. Bedauerlich finde ich auch das Booklet, das sehr mager ausfällt. Es gibt nur ein paar Linernotes von einem Stephen Dalton, die aber nicht annähernd so interessant sind wie das kleine Interview mit Vince und Andy zu "Innocents", wo sie auch die einzelnen Songs kommentiert haben. Ausserdem, und das gibt erst recht den Stern Abzug, fehlen die Songtexte und das sollte doch wohl bei einer Deluxe-Version nicht passieren! Ich kann zwar ganz gut Englisch, aber dennoch muss ich bei Andy Bell immer konzentriert auf die Texte achten, irgendwie hat er eine Art Dialekt oder sowas. Diesen Fehler empfinde ich als regelrechte Schlamperei. Ausserdem hätte ich ein paar Fotos im Booklet gerne gesehen, zumal Erasure auf ihren Covern nie persönlich zu sehen waren, sondern, wenn überhaupt, gemalt oder computerbearbeitet. Da wäre ohne Preisaufschlag noch einiges drin gewesen. Leider interessiert das wieder mal nur die Fans, die Verantwortlichen lesen solche Kommentare wohl kaum und machen eben einfach so weiter wie bisher. Warten wir also ab, was Mute im weiteren Verlauf der Erasure-Remasters noch so bringt.