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The Church of John F. Kennedy: Roman (edition suhrkamp)
 
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The Church of John F. Kennedy: Roman (edition suhrkamp) [Taschenbuch]

Thomas Meinecke
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 247 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: Erstausgabe (28. Mai 1996)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518119974
  • ISBN-13: 978-3518119976
  • Größe und/oder Gewicht: 17,6 x 10,8 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 1.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 572.683 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Thomas Meinecke
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Sein Freund Honecker

Thomas Meinecke trifft in Amerika alte Bekannte

Warum fährt einer, der in regelmässigen Abständen von der «Sehnsucht nach jener Geborgenheit, welche die Gesellschaften des roten Ostens offerierten», heimgesucht wird, ausgerechnet durch die reaktionären Südstaaten der USA? Letztlich waren es immer die Frauen, die Wenzel Assmann «in die Ferne hatten ziehen lassen», sagt er. Bei seinem Amerika-Trip, der ihn in die Hochburgen deutscher Auswanderer des letzten Jahrhunderts führt, lernt er deren drei näher kennen: Barbara, ein Halbblut böhmischer Abstammung; Angie, das «Busenwunder» aus South-Carolina, und die «schöne Rachel» aus Amish County. Das wilde Halbblut ist ihm meist am Bach zu Willen, die schwarze Angie hat einen festen Freund, und bei der keuschen Mennoniten-Tochter Rachel muss es aus Gründen strenger Konvention gänzlich mit dem Eros der Ferne sein Bewenden haben. So kommt es nicht einmal zu einer Begegnung im Rahmen des ortsüblichen «Bundelns» (to occupy the same bed without undressing), einer Sexualpraktik, über die unser schier unerschöpfliches Interesse an Brauchtumsfragen gerne die eine oder andere fachkundige Belehrung empfangen hätte.

Da in Wenzel Assmanns Amerika-Ausflug das Thema Frauen aus eben genannten Gründen nur unbefriedigend behandelt werden konnte, andererseits aber die Auswanderer-Geschichten eine eher trockene Materie abgeben, schmuggelt der reisende «Privatgelehrte aus Mannheim» im Zuge seiner Recherchen zwischen Texas und Tennessee, Louisiana und Pennsylvania die antideutschen Ressentiments, die er aus der Kinderstube eines Spontis der siebziger und achtziger Jahre herübergerettet hat, in den laufenden Text ein. Das liest sich dann so: Richard von Weizsäcker,  «dessen verblödeter Geist in der Wiedervereinigung ganz besonders transparent wurde», repräsentiert eine Form von «Glaubwürdigkeit», die auf einem «durch Public Relations gesteuerten Volksbetrugsunternehmen basiert». Bushs Aussenminister Baker wird uns indes als ein «läppischer Lulatsch mit der Ausstrahlung eines Klosett-Transvestiten» vorgestellt.

Unnötig zu sagen, dass Wenzel Assmann von der «Remobilisierung einer ausserparlamentarischen Opposition» träumt und die Chile-Ausreise des «armen Honecker mitsamt seiner treuen Frau Margot» als «völkerrechtsverletzenden Zugriff Jelzins und Kohls» brandmarkt. Da schiessen wirklich noch dem ärgsten Skeptiker jener Legende von der heimelig-geborgenen Nischengesellschaft, der Hausvater Honecker mit sanfter Strenge so umsichtig vorstand, die Tränen der Empörung in die Augen. Der konspirative Szene-Jargon, in dem Wenzel seine Polit-Invektiven wiederaufbereitet, weist ihn als Asbach-Uralt-Kämpen der vormaligen Bundesrepublik aus, in deren Oppositions-Biotopen die Begriffe Moral und Protest als Synonyme gehandelt wurden. Fern im Westen gelingt es dem Mannheimer Freak am ehesten, dieses Lebensgefühl zu konservieren. In der «äusserst heterogenen Kulturlandschaft» der USA kann er noch den «utopischen Vielklang» vernehmen, den die «wütende Kleinstaaterei Europas» weitgehend und der «bedingungslose Anschluss der DDR» vollends zum Schweigen gebracht haben.

Das sei ihm alles unbenommen. Ein Roman aber, wie Verlag und Autor suggerieren, ist dieser Text trotzdem nicht. Vielmehr eine Mischung aus Reisechronik und historischer Recherche, Polit-Schnulze und «on the road»-Brevier, Südstaaten-Folklore und Rock gegen rechts. Die eingeschobenen Passagen aus Briefen deutscher Auswanderer können ausser gelegentlicher orthographischer Exotik («Krich in Täcksas und Mäckziko») wenig Erhellendes zu der Gesamtunternehmung beitragen. Schade, dass Meinecke seinen Mannheimer Privatgelehrten «mit der blonden Tolle» nicht auf die Spuren jenes Hermann Lehmann gesetzt hat, der vor 120 Jahren von Rothäuten verschleppt wurde und es immerhin zum Komantschen-Häuptling brachte, oder uns, wenn schon nicht am «Bundeln», so doch an dem erstaunlichen Umstand hätte teilhaben lassen, welchen «zentralen Stellenwert nicht nur des Deutschen Blasmusik, sondern auch seine Oper in der Entstehungsgeschichte des Jazz» eingenommen hat. Spannende Details fördert seine Recherche allemal zutage.

So aber bleibt uns nur, des Autors eigenes Vorurteil vom «klebrigen Bildungsbegriff des allgegenwärtigen, immer kleinbürgerlicher werdenden Feuilletons» nachhaltig zu bestätigen. Mit der angestaubten Kampfvokabel «kleinbürgerlich» befindet sich der reisende Gesellschaftskritiker nun wahrlich auf der Höhe seines Arguments.

Stephan Krass

Kurzbeschreibung

Auf der Suche nach den transatlantischen Luftwurzeln der europäischen - und vor allem auch: der deutschen - Kultur in Amerika bewahrheitet sich dem Reisenden Wenzel Assmann die These, daß die USA zwar imstande sind, die ganze Welt über den Einheitskamm ihres "Way of Life" zu scheren, daß sie nach innen jedoch eine bis heute äußerst heterogene Kulturlandschaft voller weißer Flecken und schwarzer Löcher aufweisen. Jene Kadenzen, die von den einzelnen ethnischen Gruppierungen der Salatschüssel U.S.A. auf die europäische Nationalstaatlichkeit, der sie einst entflohen sind, angestimmt werden, erscheinen dabei als nach wie vor utopischer Vielklang, der in krassem Gegensatz zu den engstirnigen Bestrebungen des während seines sogenannten Einigungsprozesses in lärmende National- und wütende Kleinstaaterei zerfallenden Europas steht.

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5 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
der Textauszug zeigt einen geschwätzigen Autor, der nachdrücklich witzig sein will und sich so allerhand zusammenphantasiert, Dinge, die ihm offenbar mal jemand erzählt hat, es klingt nicht nach Ereignissen, die er selber erlebt hat, die ihm in irgendeiner Weise wichtig wären, er will eben ein witziger, kluger Schreiber sein, schon der Titel zeigt, daß sich da jemand sehr reingehängt hat. Die Großen haben solche Titel nicht nötig, deren Geheimnis liegt in dem, was zwischen den Buchdeckeln steht.
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