Schon im ersten Teil hat Harry Gregson-Williams seine undankbare Aufgabe - Musik für einen ziemlich uninspirierten und eindimensionalen Fantasyfilm zu komponieren - mit Bravour gemeistert. Die Qualität des Soundtracks überragte die des Films deutlich. Dank des großen Erfolgs an den Kinokassen kommt nun der zweite Teil in die Filmpaläste dieser Welt und wieder durfte Gregson-Williams den Score dazu beisteuern. Um es kurz zu machen: Die Musik macht richtig Lust auf den Film! Die zwölf Score-Tracks (die Nummern 13-16 sind - in meinen Augen überflüssige - Rock/Pop-Songs, die wohl als Zielgruppenorientierung mit auf die CD mussten) sind vielseitig und unterhaltsam und vermitteln einen ersten Eindruck des Filmgeschehens: Traurig, düster, hoffnungsvoll, dramatisch und bombastisch und vor allem fantastisch. Wo der erste Teil noch gelegentlich fest in der Realität verankert war, ist dieser ganz in Narnia zu Hause. Gregson-Williams setzt dabei das Orchester wohl differenziert ein, einzelne Instrumente werden sehr stimmungsvoll mit kleiner Solopassagen bedacht, ein natürlicher Orchesterklang wechselt sich mit elektronisch-computerunterstützten Passagen ab, wenn tiefe synthetische Bässe und Percussion für die nötige Wucht sorgen. Die musikalischen Themen des ersten Teils werden aufgegriffen, gelegentlich neu orchestriert und neue Themen werden nahtlos integriert. Nach einer guten Stunde Hörgenuss wird man unsanft von den Rock/Pop-Songs in die Realität zurückgeholt (daher der Punkt Abzug), aber die Hoffnung auf einen guten Fantasyfilm ist auf jeden Fall geweckt! Ich bin gespannt...