Kurzbeschreibung
Seit 1997 lebt ROBERT ROTIFER in Canterbury nahe London, von wo aus er als ausgesprochener Kenner der Szene als Musikjournalist für den Radiosender FM4, die Berliner Zeitung oder den Falter arbeitet. Und zudem ganz wunderbare, mit viel Liebe und großem Geschick für britisches Pop-Songwriting ausgezeichnete Solo-Scheiben einspielt. "The Children On The Hill", das mittlerweile fünfte Album, zeigt den gebürtigen Wiener als politisch engagierten Songwriter, der Themen wie die Finanzwelt, die Überwachungsgesellschaft oder die fortschreitende soziale Entsolidarisierung abhandelt. Vierzehn subtil arrangierte, Sixties- und Folk-beeinflußte Pop-Perlen im Sinne eines BILLY BRAGG, RAY DAVIES, STEPHEN DUFFY oder PAUL WELLER mit raffiniert verschlungenen Melodien - eingängig wie ein potenzieller Überraschungshit, vielschichtig genug, um auch nach mehrmaligem Hören noch zu begeistern. Dem anglophilen ROTIFER ist es zweifellos gelungen, sich im Vergleich zu seinem famosen Erfolgsalbum "Coach Number 12 of 11" inhaltlich wie musikalisch nochmals zu steigern. CD im Digipack-Format.
Why did we leave the trees?, fragt Rotifer im ersten Track, bezogen auf eine Menschheit, für die Zivilsation und zerbombte Städte immer noch zusammengehören. Er zeigt damit von Anfang an: Dieses Album will Themen setzen. So zelebriert der in Canterbury lebende österreichische Popjournalist die Rückkehr des politischen Songs - doch ohne Parolen, sondern indem er die Gesellschaft in kleinen Anekdoten reflektiert. "The Damage" porträtiert beschwingt eine Finanzexpertin im neoliberalen Wahn, "The Pickle Jar" kommentiert die lückenlose Überwachung, und "The Children on the Hill" erzählt von Soldaten im Irak, die ihre Kinder zurücklassen. Eingebettet sind die kleinen Geschichten in schlichten, aber charmanten Gitarrenpop, der nichts neu erfinden will. Hier findet man Spuren zu den Beatles, Billy Bragg und Blur gleichermaßen. Rotifers viertes Album ist ein souveränes, urbritisches Album, das vor allem durch Zeitlosigkeit glänzt. Vielleicht, weil er als Österreicher nicht dem inseltypischen Zwang verfallen ist, das nächste dicke Ding werden zu müssen. (kat)