Das zweite Album ist oft eine heikle Sache, es sei denn, der Künster (genauer: die Künstlerin) hat, wie Marit Larsen offenbar, genug gute Ideen. Zunächst erscheinen einige der Songs vielleicht etwas glatter und weniger tiefgründig als auf dem Erstwerk "Under The Surface". Aber die meisten Stücke halten das hohe Niveau. Hier eine Auswahl:
1. The Chase
...lebhaft, mit zartem Klavier Arpeggio. Wie der Name schon sagt - eine Jagd aus rhythmischem stop and go.
2. If A Song Could Get Me You
...die Hitsingle.
5. Steal My Heart
... Streicher-Pizzicato, Glöckchen, Mandolinen und ein Gesang, der an eine elfenartige Disneyfigur erinnert. Marit schafft das kitschfrei, denn sie bleibt authentisch.
6. Is It Love
... einer der Höhepunkte des Albums! Rollendes, dickes Schlagzeug, groovende Achtelnoten auf dem Klavier in der Strophe, ein sehr ungwöhnlicher Einstieg in den eigentlich instrumentalen Refrain ("...but is it lo- ahwohahuwahowu - ve?"). Das Schlagzeug stoppt bei dieser Frage, die Streicher antworten dann zögernd und grummelnd, einfach traumhaft!
7. Fuel
... ein weiterer Höhepunkt. Leise, ungeschminkte Töne, folky Gitarre. Ein paar mehr dieser Klänge hätten dem Album nicht geschadet.
8. Addicted
... ein Discofox, aber was für einer! Niemand, der ihn lernen will, muss nun weiterhin auf schauriges Material aus Opas Tanzbude zurückgreifen. Marit macht es möglich.
9. I've Heard Your Love Songs
... Marit Larsen bezeichnet diesen Song als "pompous". Der Rezensent nennt ihn bescheiden "ergreifend" und "kostbar". Nun also der absolute Höhepunkt.
10. Fences
... rätselhaft, verzaubert, bezaubernd. Das, was auch "Fuel" so gut tut: Die Reduktion, die Stille.
Fazit: Wer gewohnt ist, Musik intensiv zu geniessen, sollte zugreifen, doch auch der Nebenbei-Hörer wird nicht belästigt. Möglich allerdings, dass sich beim oberflächlichen Hören die volle Schönheit dieser Musik nicht erschließt, was eine Verschwendung wäre!