L.A. Ende der 1920er Jahre: Die Telefonistin Christine Collins kehrt nach ihrer Arbeit nach Hause zurück und merkt, dass ihr Sohn Walter spurlos verschwunden ist. Sie gibt eine Vermisstenanzeige auf und einige Monate danach wird ihr ein Junge vorgeführt, der sich als Walter Collins ausgibt. Die Polizei händigt ihr dieses gefundene Kind aus, doch sie betont mehrmals ausdrücklich, dass dieser nicht ihr Sohn ist. Die Polizei hält sie für verrückt und lässt sie in eine Nervenheilanstalt einweisen. Der einzige der noch an sie fest glaubt, ist Reverend Briegleb. Zeitgleich erzählt ein Junge einem Polizisten er habe seinem Cousin geholfen Jungen einzufangen und auf bestialische Art und Weise abzuschlachten...
"Der fremde Sohn" ist als Film durch und durch packend. Angelina Jolie einmal in der Opferrolle bzw. als Figur zu sehen, deren Äußerungen in Zweifel gestellt werden, ist zunächst einmal etwas Neues und Faszinierendes. Man merkt natürlich, dass ein sehr erfahrener Regisseur hier am Werke war und wer sollte es anderes sein als der talentierte Mr. Eastwood, den man schon als Regisseur von "Million Dollar Baby" oder "Ein wahres Verbrechen" kennt. Man empfindet mehr als Mitgefühl und Mitleid mit der Figur Christine Collins, zumahl der ganze Plot ja auf eine wahre Begebenheit beruht, wie man am Anfang des Films unweigerlich mitbekommt. Die Geschichte um den Kindermörder Gordon Northcott und die Verwechslung des Sohnes, die Person Christine Collins hat alles tatsächlich existiert und dies ist zweifellos ein weiterer Grund, was diesen Streifen so packend macht, bei dem man durch die ungerechte Behandlung Collins' und den Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit durch den Polizeiapparat und dessen Korruption, gegen die der Reverend stetig bis an sein Lebensende ankämpft, am liebsten laut aufschreien möchte und krass ausgedrückt: "Ihr verdammten Schweine, warum könnt ihr einem Menschen nicht glauben!?" ausrufen möchte. Es gibt keine langweilige Szenen, man hofft letztendlich nur, dass alles irgendwie zu einem Happy-End kommt, selbst wenn die Situation ziemlich verzwickt und trist ist. Man hofft als Zuschauer ebenfalls auf Gerechtigkeit, Richtigstellung der Tatsachen und Bestrafung der Menschen, die an Collins nicht glaubten und dann noch ihre eigenen Fehler zu leugnen suchen. Der Film kann durchaus heute noch als Maßstab für Korruption hier- oder woanders zu Lande gelten, die nicht zu einem Happy-End führen lässt, sondern ungerechterweise weiter den Bruch der Menschenwürde unterstützt und sorglos in Kauf nimmt.
Dieser Text wurde von einer 18-jährigen verfasst.