...so lautet der Originaltitel des Artikels, den Eric Kernan(Josh Hartnett) über den herunter gekommenen Ex-Schwergewichtschamp Bob Satterfield(Samuel L.Jackson) schreibt. In Rod Luries Film wird eine wahre Begebenheit aus dem Leben des Reporters J.R.Moehringer verarbeitet, der seinerzeit für das L.A.Times Magazin schrieb. Wie Lurie die Geschichte um das Boxen, die Vergangenheit, den Ruhm, die Wahrheit und das Vertrauen auf Film gebannt hat, das ist bewegend, ergreifend, komisch, interessant und zutiefst menschlich.
Eric Kernan ist der Sohn einer Sportreporterlegende. Aber seine Karriere bei der Denver Times geht nicht voran. Eric hat nicht die Klasse seines Vaters. Er berichtet über Boxkämpfe, ohne dabei brillant zu sein. So gerät sein Job in Gefahr. Als er eines Abends Zeuge einer Schlägerei wird, deren Opfer der Obdachlose "Champ" ist, sieht er seine Chance. Der Champ erzählt ihm, er sei der ehemalige Schwergewichtsprofi Bob Satterfield, der auf Platz 3 der Weltrangliste stand. Jetzt haust der Mann mit einem alten Einkaufswagen in den Straßen der Stadt. Eric recherchiert, bekommt nicht viel heraus, findet aber ein altes Bilddokument und bastelt an einer Story. Er kommt dem Champ näher und der erzählt aus seinem Leben. Eric schreibt einen Artikel, der in der Beilage des Time Magazin erscheint und wird über Nacht berühmt. Fernsehsender und Magazine reißen sich um ihn. Das tut auch Erics angeschlagener Ehe mit Joyce(Kathryn Morris) und dem Verhältnis zu seinem Sohn Teddy(Dakota Goyo), der seinen Vater für den "Größten" hält, gut. Aber dann meldet sich der alte Boxmanager Epstein(Peter Coyote) und die Geschichte des Champ erhält plötzlich ein völlig anderes Gesicht...
-The Champ- ist ganz großes Gefühlskino der alten Schule. Eine dichte, packende Story, ohne großen Schnickschnack erzählt, ist der Mittelpunkt des Films. Dazu gibt es die passende Erzählstimme, die mit den Worten: "Ein Autor ist wie ein Boxer...er ist auf sich allein gestellt" perfekt in die Story hinein führt. Wie Lurie die Geschichte nutzt, um einerseits das Leben von Satterfield, aber zugleich auch das Leben von Eric Kernan zu beleuchten und völlig neu zu ordnen, das ist so genial wie sehenswert. Obwohl die beiden auf völlig verschiedenen Seiten der Gesellschaft stehen, sind ihre Probleme sich doch verdammt ähnlich. In Rückblenden wird das Leben des Champs immer wieder eingestreut und die Vergangenheit erwacht zum Leben. Aber nicht nur die des Champ, denn auch Eric denkt zurück, während er im Auto unterwegs ist und den Aufnahmen alter Reportagen seines Vaters lauscht.
Samuel L.Jackson spielt die Rolle des Bob Satterfield mit Hingabe und großer Klasse. Wie er, als alter Mann, sich noch einmal tänzelnd und boxend durch das Ghetto bewegt; das sind ganz große Bilder, die emotional und mit Gänsehautgarantie rüberkommen. Jackson lebt die Rolle bis auf den letzten Blutstropfen. Josh Hartnett hat diese vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten in der Rolle des Eric Kernan nicht, spielt seinen Part jedoch hervorragend. Auch die Nebenrollen sind perfekt besetzt.
Ich habe, nachdem ich den Originaltrailer gesehen hatte, lange auf die DVD gewartet. Jeder Tag davon hat sich gelohnt. Es ist noch immer das Leben, das die besten Geschichten schreibt. Wenn sich dann noch ein guter Regiseur und eine Handvoll genialer Schauspieler zusammenfinden, kann das Ergebnis so wie -The Champ- aussehen. 112 Minuten bewegendes, unterhaltendes Kino der Güteklasse 1A.