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The Castle in the Forest: A Novel
 
 
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The Castle in the Forest: A Novel [Englisch] [Taschenbuch]

Norman Mailer
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 496 Seiten
  • Verlag: Random House Trade Paperbacks; Auflage: Reprint (16. Oktober 2007)
  • Sprache: Englisch
  • ISBN-10: 0812978498
  • ISBN-13: 978-0812978490
  • Größe und/oder Gewicht: 13,2 x 2,8 x 20,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 441.015 in Englische Bücher (Siehe Top 100 in Englische Bücher)

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Norman Mailer
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Produktbeschreibungen

From Booklist

In his first novel in more than a decade, Mailer continues to provoke. Only a writer with his temerity would attempt a novel interpreting perhaps the most notorious figure in modern history, Adolf Hitler. Obviously, this is not your usual historical novel (neither was the author's fictional foray into pharaonic Egypt, Ancient Evenings, 1983). Here the focus is on Hitler's childhood and youth and immediate forebears. This is less a psychological study of evil than a fanciful one: the story is narrated by a devil, one of the corps of devils working under Satan, who has chosen Hitler personally to do his "work." Mailer has worked out a whole system for (pardon the rhyme) levels of devils, which will strike the reader as corresponding to theological theories concerning the degrees of angels, and, like angels, the devils struggle within their "family" as family members do--that is, they struggle not only among themselves but also with Satan. Mailer is never an easy read; in this novel, as in all his fiction, subject matter, themes, and prose style make demands on readers' willingness or even ability to stay focused. Here he cannot be faulted for inadequate knowledge of late-nineteenth- and early-twentieth-century central European history, but many readers will find the Satan-and-army-of-devils conceit a gimmick, perhaps even an offensive one, in trying to reach an understanding of evil. Other readers will be, as always, excited by Mailer's intelligence and creativity. Brad Hooper
Copyright © American Library Association. All rights reserved -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

No career in modern American letters is at once so brilliant, varied, and controversial as that of Norman Mailer. In a span of more than six decades, Mailer has searched into subjects ranging from World War II to Ancient Egypt, from the march on the Pentagon to Marilyn Monroe, from Henry Miller and Mohammad Ali to Jesus Christ. Now, in The Castle in the Forest, his first major work of fiction in more than a decade, Mailer offers what may be his consummate literary endeavor: He has set out to explore the evil of Adolf Hitler.

The narrator, a mysterious SS man who is later revealed to be an exceptional presence, gives us young Adolf from birth, as well as Hitler’s father and mother, his sisters and brothers, and the intimate details of his childhood and adolescence.

A tapestry of unforgettable characters, The Castle in the Forest delivers its playful twists and surprises with astonishing insight into the nature of the struggle between good and evil that exists in us all. At its core is a hypothesis that propels this novel and makes it a work of stunning originality. Now, on the eve of his eighty-fourth birthday, Norman Mailer may well be saying more than he ever has before.


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anatomie des Bösen 22. Februar 2007
Von Niclas Grabowski TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Also mit richtig viel Freude habe ich es nicht gelesen. Aber vielleicht ist das ja auch zuviel erwartet, bei diesem Thema.

Es ist schon ein spannendes Unternehmen. Norman Mailer versucht eine Frage zu beantworten, die sich viele stellen, die sich mit der größten Katastrophe des 20. Jahrhundert beschäftigen: Was hat sich dieser Mensch eigentlich dabei gedacht? Dieser Hitler, als er Europa in einen Trümmerhaufen verwandelte, Millionen industriell töten lies aufgrund der Religion ihrer Vorfahren und für wahrscheinlich insgesamt 50 Millionen Tote sorgte? Was ging in diesem Kopf vor? Was für ein Mensch war das? Ist der Satz richtig, dass selbst den Bösen in der Geschichte ihr eigenes Verhalten aus eigener Perspektive immer noch rational erscheint? Oder haben wir hier wirklich das "reine Böse" vor uns, jenseits aller Rationalität und Menschlichkeit?

Norman Mailer scheint mir darauf eine geteilte Antwort zu geben. Ja, er versucht eine biographische Begründung. Er erzählt von der Kindheit Adolf Hitlers. Von der Familie aus der hintersten Provinz Österreichs, von einem überdominanten und bewusst atheistischen Vater, vom Sterben vieler Kinder durch Krankheiten, von geistiger und ökonomischer Enge. Mailer zeichnet ein realistisches Bild von der traurigen Lebenswirklichkeit in der Provinz. Meist ist es eine nicht unübliche Familiengeschichte, die erzählt wird. In einigen, wichtigen Punkten weicht aber die Familie von der Norm ab. So ist Adolf das Ergebnis von mehrfachem Inzest, nach der Version von Mailer war Adolfs Mutter sogar selbst ein Kind von Adolfs Vater, also so genannter Inzest ersten Grades. Folge ist dann ein Missbildung im Genitalbereich und später zeitweilige Impotenz. Bereits in der Jugend erfolgen die ersten Kriegsspiele, natürlich mit Adolf als (An-) Führer. Ein Schmied sorgt für den "eisernen Willen". Der Höhepunkt ist schließlich das Vergasen eines Bienenvolkes, nach vielen, langen Textstellen, die Bienenvölker und Nationen vergleichbar erscheinen lassen. Und es gibt dann noch einen Haufen seelischer und körperlicher Gewalt. Und nicht zuletzt ist schon Adolfs anale Phase, ganz nach Freud, extrem kompliziert und wird bis ins letzte Detail dargestellt. Und ja, wir bekommen ein extrem unsympathisches Kind vorgestellt, so wie selten in der Literatur.

Aber Mailer reicht die biographische Erklärung des Bösen offensichtlich nicht aus. Der Teufel muss ins Spiel. Und so führt Mailer gleich zu Beginn des Buches einen Erzähler ein, der selbst zwar nicht der Teufel, aber doch einer seiner liebsten Mitarbeiter ist. Und der vom großen "Maestro" die Aufgabe bekommt, sich dieses kleinen Kindes anzunehmen und aus dem Kind einen großen, bösen Mann zu machen. Und es geht noch weiter. Damit man das Böse versteht berichtet der Unterteufel auch noch gleich von seinen anderen Aufgaben - der Ermordung von Kaiserin Sissi, dem Ruinieren der Zarenfamilie in Russland vier Tage nach der Krönung des Zaren und einigen weiteren, kleinen Untaten. Leider ist das alles nur oberflächlich mit Adolfs Geschichte verbunden. Es schafft eher ein Panorama der Zeit. Das Sissis Mörder eine erste, sexuelle Phantasie von Adolf werden darf, wirkt dagegen etwas gewollt.

Braucht man den Teufel, um das Phänomen Adolf Hitler zu erklären? Ich meine, eher nein. Leider schaffen wir Menschen das mit dem Bösen schon ganz von allein. Für mich verdeckt die Konstruktion des Erzählers die Tatsache, dass die kommende Katastrophe eben doch in den Menschen schon angelegt war, so auch in den Überzeugungen eines 19. Jahrhunderts, dass eben nicht immer humanistisch war sondern auch oft ein Marktplatz von Ideen und Ideologien, die den Menschen als Einzelnen nicht mehr in den Mittelpunkt einer ethischen Idee stellten. Und es verdeckt auch die Tatsache, dass Menschen sich dieser Ideen bedienen, um dann die ganz persönlichen Neurosen auf Kosten anderer auszuleben. Und das bis zu deren Tod.

Geschrieben ist das ganze clever, mit einem gewissen Humor und vielen starken Szenen auf der einen, aber auch einigen Längen auf der anderen Seite. Herrlich: Die Darstellung eines Eremiten, vom Teufel instrumentalisiert, homosexuell, der viel zu Bienenvölkern zu sagen hat. Herrlich auch die Figur des Bruders von Adolf, des schwarzen Schafs in der Familie, Hassobjekt aber wohl auch Vorbild von Adolf zugleich. Ein Bild von einem Arier, hoch zu Ross, arrogant, ein Frauentyp, dabei arbeitsscheu, eigentlich völlig unfähig. Auch herrlich sind einige der Erklärungen des Teufels, wie die über die besondere Qualifikation eines Politikers: Man muss nur schnell genug an seine eigenen Lügen glauben können. Nervend dagegen die endlose Wartezeit auf das Überleben von zwei Bienenvölkern im Winter und generell die Passagen über die Arbeit auf dem Bauernhof. Nervend auch die Neigung des erzählenden Protagonisten, die Handlung immer wieder dem Leser erklären zu müssen.

Am Ende ist das Buch dann leider etwas schnell vorbei. 1933 tritt kein Kind mehr an die Spitze Weimars, sondern ein ausgewachsener Diktator. Aber dazu kann das Buch leider nicht mehr viel sagen, es endet mit Adolfs Abschied aus dem Elternhaus im Jahre 1905. Adolf Hitler wurde 17 in diesem Jahr.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Norman Mailer gehört mit Sicherheit zu den wichtigsten amerikanischen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Durch sein Erstlingswerk "The Naked and the Dead" wurde der 25-jährige Mailer 1948 mit einem Schlag berühmt und von vielen als zweiter Hemingway bezeichnet. Umso schwieriger war es für Mailer, den Anforderungen, die fortan an ihn gestellt wurden, gerecht zu werden. Böse Stimmen behaupteten sogar, keines seiner mehr als zwei Dutzend späteren Werke erreiche die Qualität seines Erstlingswerks.

Fast 60 Jahre später, weniger als ein halbes Jahr vor seinem Tod im November 2007, erschien sein letzter Roman, der Roman, den er schon immer hatte schreiben wollen: Mailers Antwort auf die Frage, wodurch Hitler zu dem wurde, als den wir ihn alle kennen. Der Roman entfaltet das undurchsichtige inzestuöse Geflecht der Familie Hitler, das Leben von Hitlers Eltern und Großeltern, den Alltag bei Hitlers zu Hause in Gasthäusern, auf dem Land bei der Bienenzucht, in der Schule und bei Kriegsspielen des kleinen Adolfs mit seinen Geschwistern, die Schikanen durch den älteren Bruder sowie seine an dem jüngeren. Man erfährt die aufopferungsvolle Liebe der Mutter zu ihrem Sohn, die Konflikte mit dem Vater sowie Adolfs Kampf um Anerkennung.
Mailer kommt zu dem Schluss, dass der Teufel seine Finger im Spiel hatte. In Mailers Weltbild stehen der Teufel und Gott als gegeneinander kämpfende Mächte gegenüber, der Teufel verfolgt dabei erbarmungslos sein Ziel, die Welt von den Menschen zu befreien. "The Castle in the Forest" ist aus Sicht eines Assistenten des Teufels geschrieben, der, ohne jedoch vollständig in die Absichten seines Chefs eingeweiht zu sein, mit dem Fall Adolf Hitler beauftragt wurde, sich später in einem SS-Mann einnistet und im engsten Kreis um Himmler steht. Bereits bei der Zeugung war er zugegen und beeinflusste Adolfs Entwicklung u. a. durch "dream-etching". Doch die Wirkung des Teufels reicht weit darüber hinaus. Auch der Mord an Sissi geht auf seine Rechnung, genauso die Katastrophe auf dem Kodynskoe-Feld kurz nach der Krönung Zar Nikolaus II.. Mailer beschreibt diese Episode sehr ausführlich, aber dennoch wird die Erzählung nie langweilig. Gerade hier zeigt Mailer, welche Dimensionen der Kampf zwischen Gott und seinen Engeln (Cudgels) und dem Teufel und seinen Assistenten annimmt und wie bestimmte Menschen von ihnen befallen werden und zum Zankapfel zwischen dem "Maestro", wie er den Teufel nennt, und Gott (kurz D.K. für "Dummkopf") werden.

Die Stimmen zu "The Castle in the Forest" waren in Deutschland überwiegend negativ, Mailers Stil galt vielen als zu vulgär, seine ausführlichen Beschreibungen z. B. von Hitlers analer Phase als unerträglich. Letztendlich ist es aber so, dass Mailer sich sehr genau an die Fachliteratur, die Aussagen über Hitlers Jugend macht, gehalten halt. Die ausführliche Bibliographie am Ende des Buchs sowie ein Blick meinerseits in mehrere Hitler-Biographien belegen dies. Hitlers Vater war tatsächlich leidenschaftlicher Imker und wurde unzählige Male gestochen, Adolf benutzte tatsächlich sein Realschulzeugnis als Klopapierersatz und Kriegsspiele mit seinen Klassenkameraden hat er auch gespielt. Dort, wo keine Quellen eines besseren belehren können, greift Mailers Phantasie und seine wahre Kunst. Nichts ist komplett an den Haaren herbeigezogen, stets denkt man, so könne es durchaus gewesen sein. So klingt bei der belegten ungezügelten Sexualität von Hitlers Vater Mailers These, Adolfs Mutter sei zugleich seines Vaters Tochter, die dieser mit seiner Halbschwester gezeugt habe, gar nicht so abwegig. Genauso wenig ist die Möglichkeit, dass Adolf durch die Vorträge seines Vaters über die Bienenzucht und die in einem Bienenstock geltenden darwinistischen Prinzipien erste Ansätze seiner Rassenideologie entwickelte als unhaltbar von der Hand zu weisen. Die Meinung, der Teufel habe seine Finger im Spiel gehabt, ist ein Bestandteil Mailers synkretistischen Weltbilds, kann deswegen aber nicht apodiktisch als falsch verworfen werden. Sie liefert einen möglichen Interpretationsansatz zum Verständnis des elementar Bösen, obgleich Hitler keineswegs Sklave des Teufels ist, sondern sehr wohl Entscheidungsspielraum hat, sich aber dem Bösen schließlich ganz ergibt.

Im Jahre 1905, nach Hitlers Abbruch der Realschule, endet die Handlung. In seinen letzten Interviews sagte Mailer, es seien noch gut tausend weitere Seiten zu füllen, die Recherche über Hitlers weiteren Lebensweg sei abgeschlossen, sie müsse nur noch zu Papier gebracht werden. Doch sein Körper versagte ihm den Dienst.
Dennoch ist dieser Roman ein hochspannendes, in sich geschlossenes literarisches Werk von hoher literarischer Qualität, das einmal einen andern Blick auf die Person Hitlers wirft, zumal seine Jugend eine der wenigen Seiten seines Lebens ist, die noch nicht bis ins letzte Detail erforscht ist und noch Spielraum für Fantasie bereit hält. Nicht zuletzt überzeugte mich "The Castle in the Forest" dadurch, dass ich fortwährend das Gefühl hatte, mittendrin in der Handlung zu sein. Mailer hat ein letztes Mal gezeigt, dass er zu den ganz Großen der amerikanischen Literatur gehört.
Tipp: Unbedingt auf Englisch lesen!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Michael Dienstbier TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Adolf, this will be your century [...] I know it. You will do wonderful things in time to come" (397). So Klara Hitler zu ihrem zehnjährigen Sohn im ersten Jahr des 20. Jahrhunderts. Nur gut, dass die Gute bereits 1908 gestorben ist, so dass sie nicht mehr erleben musste, was ihr Spross mit "seinem Jahrhundert" anrichtete. "The Castle in the Forest" ist der letzte Roman des kürzlich verstorbenen amerikanischen Autors Norman Mailer, in dem er die Familiengeschichte des Hitlerclans fiktionalisiert und sich dabei im besonderen dem Vater Alois Hitler zuwendet.

Mailers Grundidee ist in ihrer Absurdität einfach nur herrlich. Erzähler des Romans ist ein Mitarbeiter des Teufels, ehrfürchtig "Maestro" genannt, der sich mit dem Namen Dieter vorstellt, da er während des Krieges den Körper eines gleichnamigen SS-Mannes in Besitz genommen hatte. Er wurde vom Maestro beauftragt, die Kindheit eines vielversprechenden Klienten zu beaufsichtigen, eben von Adolf Hitler, genannt Adi, und ihn mit gezielten Eingriffen, vor allem im Reich der Träume, den "richtigen" Pfad zu leiten. Klienten sind für den Teufel wichtig, da er sie im Kampf gegen den DK, den "Dummkopf" (so bezeichnet im englischsprachigen Original) braucht. Der "Dummkopf" ist natürlich niemand anderes als Gott.

Die ersten 100 Seiten des Romans beschreiben die Geschichte der Familie Hitler, in der es vorzugsweise Verwandte ersten Grades miteinander getrieben haben. So waren wohl auch Adis Eltern Geschwister, wobei zu deren Ehrenrettung gesagt werden muss, dass sie sich da selbst gar nicht so sicher sein konnten. Zusätzlich erfahren wir, dass Adi seit seiner Geburt nur einen Hoden hatte und seine Mutter ihn in seinen ersten Lebensjahren stets gründlich den Anus gereinigt und im Anschluss stolz präsentiert hat. Freudianer aller Welt vereinigt auch!

Der Star der ersten Romanhälfte ist allerdings Alois Hitler, ein gut situierter Zollbeamter, der jeder Frau hinterher steigt, die nicht bei drei auf den Bäumen ist. Die Philosophie des Schwerenöters und Trunkenboldes beschreibt der Roman folgendermaßen: "Nothing could be better than the moment when a woman opened her legs for you. That first time! If you had an eye for the little differences, you knew twice as much about her as you could learn from her face" (291).

Klein-Adolf offenbart erste für den Maestro erfreulich Tendenzen, als er voller Freude zusieht, wie Alois den Hund der Familie züchtigt. Jahre später traumatisiert er seinen jüngeren Bruder Edmund mit Schauergeschichten und ist indirekt verantwortlich für dessen frühen Tod. Beim Geländespiel mit seinen Kameraden schließlich zeigen sich erstmals die Charakterzüge des späteren Führers.

Der Roman hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Mailers Sprache ist anspruchsvoll und unterhaltend zugleich, die Beschreibung der inzestuösen hitlerschen Familienverhältnisse und vor allem der Figur des Alois H. wissen zu amüsieren und der diabolische Erzähler als Quasi-Mentor von Klein-Adolf ist sympathisch und abstoßend zur gleichen Zeit. Blass bleibt aber leider die Figur des Adolf H. In der ersten Hälfte des Romans steht sie weitestgehend im Hintergrund und bleibt auch im weiteren Verlauf der Handlung gegenüber den übrigens durchaus zu fesseln wissenden Charakteren leblos. Außerdem stört, dass Mailer jedes Klischee verwurstet, was irgendwie über Hitler mal erwähnt worden ist. Danach war der Gefreite aus Braunau ein latent schwuler, inkontinenter, impotenter Versager mit einem halbjüdischen Vater und nur einem Ei.

Fazit: Mailer plante, auch den weiteren Lebensweg Hitlers zu fiktionalisieren. Vielleicht hätte er dann der Figur etwas mehr Leben einhauchen können. So verdient der Roman meiner Ansicht nach, trotz seiner Stärken vor allem in sprachlichen Bereich, nur drei Sterne.
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