Eigentlich eine bizarre Idee: Auf einem x-beliebigem Teppich leben mikroskopisch kleine menschenähnliche Völker einer mittelalterlichen Welt. Für sie ist der Teppich die Welt, Silberfischchen sind eine gewaltige Gefahr, der Staubsauger eine tödliche Bedrohung. Eine auf dem Teppich herumliegende Münze wird von den „Kleinen" als Mine zur Gewinnung von Metall genutzt, ein Stuhlbein liefert Holz für Bauten und Waffen.
Wie die „Kleinen" auf dieser Welt zurecht kommen, beschreibt Pratchett in seinem Frühwerk (das im Deutschen unter dem Titel "Die Teppichvölker" erschienen ist) auf gekonnt amüsante Weise. Er verzichtet auf lange Erklärungen und überlässt es dem mündigen Leser, selbst herauszufinden, wie Artefakte „unserer" Welt auf die Teppichvölker wirken.
Auch wer noch nichts von Pratchett gelesen hat und sich vielleicht scheut, die 136 Romane der Scheibenwelt in Angriff zu nehmen, kann sich mit diesem spannenden, humorvollen und intelligenten Roman einen „typischen Pratchett" - zumal es ein abgeschlossener Band ist - zu Gemüte führen. Es handelt sich übrigens um ein fast vergessenes Frühwerk, das neu aufgelegt wurde. Ein Schmankerl für jeden, der Phantastik mag und gerne lacht und gerne ein gutes Buch im Original lesen möchte!