Vom Ruf des Low-Budget Movies und der Hauptrolle des als MTV-Clown (PUNK'D) und Demi Moore Lover bekannten Ashton Kutcher hatte ich mich vom Kinobesuch abschrecken lassen. Großer Fehler, denn was diesem Mix aus Psychothriller, Horrortrip und Romantik an Geldmitteln fehlte, wird durch inszenatorisch brillante Einfälle und das clevere Skript mehr als wettgemacht.
Während des kurzen Prologes der Kindheit des Hauptprotagonisten Evan wähnt man sich zunächst in einem wenig außergewöhnlichen Psychodrama. Nach Evans erstem Flashback und der ersten Änderung seines Lebenslaufes wird man jedoch bis zum Schluss gepackt durch die Was-wäre-wenn-Thematik, die lose auf der Chaostheorie (siehe den titelgebenden Schmetterlingseffekt - kleine Ursache, große Wirkung) fußt.
Um den Filmgenuss für alle die, die sich jetzt veranlasst fühlen, knapp 10 bestens angelegte Euro für die Doppel-DVD zu investieren, nicht zu schmälern, vermeide ich zuviel von der Handlung preiszugeben. Nach dem ersten Ansehen drängen sich Vergleiche mit LOLA RENNT auf, in dem auch ein und derselbe Handlungsstrang in diversen Variationen durchgespielt wird.
Dennoch ist man völlig unvorbereitet darauf, was einem im Laufe des Films an emotionalen und schockierenden Szenarien geboten wird. Ashton Kutcher und Amy Smart schlüpfen dabei in verschiedene Rollen und hätten meiner unmaßgeblichen Meinung nach zumindest eine Oscarnominierung verdient. Selten genug sieht man derart reife Darbietungen von vergleichbaren Jungschauspielern.
Auch wenn das Ende der Kinoversion weit vom üblichen Mainstream Happy End entfernt ist, lohnt sich ein Blick auf das konsequentere, Gänsehaut erzeugende Finale des Director's Cut (ohne Synchro als zweite Disc auf DVD). Und ich bin sehr sicher, dass man diesen Streifen mehr als einmal konsumieren wird.