The Boy Bands have won? Ich glaube nicht - zumindest nicht solange die Chumbas Musik machen am anderen Ende der Skala musikalischen Anspruchs. Polarisierend, weit abseits jeder Charttauglichkeit und mit sozialkritischen Textaussagen anstelle mainstream-weichgespülter Larifari-Songtexte erfinden sich die Briten mit jedem Album neu. Das vorliegende neue Album ist wieder so ein Highlight grandioser Musikalität, gemischt mit unangenehme Wahrheiten aussprechenden Texten. Das einzige Blatt das die Chumbas vor den Mund nehmen ist zum Glück das Notenblatt. Dabei brillieren die Songs wie gehabt durch tolle Arrangements, wunderschönen Gesang und ein Song übergreifendes Album-Gesamtkonzept, bei dem ein Titel zum anderen passt. Mal zitieren die Chumbas kleine Versatzstücke aus früheren Alben, mal klingt es nach Bluegrass, mal nach Peter, Paul & Mary oder The Mamas and the Papas usw. Alles mit vergleichsweise sparsamer Instrumentierung vorgetragen und dankenswerterweise mit Texten für die es einen Verstand braucht, falls man einen hat. Es gibt sie also noch - Musik mit musikalischem UND intellektuellem Anspruch, die auf die Köpfe und Herzen zielt statt auf den Geldbeutel. Nichts für Oberflächliche oder so gemachte - etwas für alle, die mit offenen Augen und Ohren durch die Welt gehen.