Auster-Fans werden auch dieses Buch lieben, obwohl es bei weitem nicht den Zauber und die Klasse von der "New York Trilogy" hat.
Erzählt wird die Geschichte von David Zimmer, der nach dem tragischen Tod seiner Familie beginnt eine Biographie über den 1927 spurlos verschwundenen Schauspieler Hector Mann zu schreiben. Nach Veröffentlichung des Buches erhält er eine Einladung, Mann persönlich zu treffen. Nach und nach erschließt sich das Rätsel seines Lebens und plötzlichen Verschwindens.
Auch wenn der Roman toll geschrieben und leidlich spannend ist, bleibt er doch, für Auster Maßstäbe, erstaunlich konventionell und vorhersehbar. Wurder der Leser in der "New York Trilogy" noch ständig durch das Spiel der Identitäten verwirrt und in die Irre geführt, bleibt hier alles ziemlich durchschaubar.
Die Stärken von "Book of Illusions" liegen in der Darstellung von Davids Trauer nach dem Tod seiner Familie. Auster veranschaulicht seinen Schock, seine innere Taubheit und seinen Selbstzertörungstrieb so deutlich wie es mit dem Medium der Literatur eben möglich ist. Höhepunkt des Romans ist aber Hector Manns Film "The Inner Life of Martin Frost". Dies ist der einzige Abschnitt, wo Auster an die Qualität der "New York Trilogy" anknüpfen kann.
Fazit: ein nur durschnittlicher Auster, aber immer noch besser als das meiste, was an neueren Sachen auf dem Buchmarkt zu finden ist.