Endlich mal wieder neues aus dem Hause Klein.
Ganz in "Gelb", ein Wink auf sein in kürze erscheinendes gleichnamiges Album, mit neuem Schriftzug (der alte gefiel mir besser..) präsentiert sich Saschas neuestes Werk.
Er hat uns lange warten lassen auf die Bombe, die laut seiner eigenen Website ein Zeichen in einer "almost rotten scene" setzen soll, belohnt den eingefleischten Fan auch mit atemberaubenden Sphären, eindringlichen Hooks und saftigen Beats, die beim Zuhören eine teilweise furchteinflösende, aber auch wohlige Stimmung erzeugen.
Den Titelsong gibt es in 4 Versionen auf der EP:
- als Single Edit (unterscheidet sich meiner Ansicht nach minimal von der im Radio gespielten Version)
- Extended Version (das ganze 2 Minuten länger mit einem netten Opener der beweist, das auch ein Modem singen kann)
- Dub Mix (Bassbetontere Version mit Breakbeat-Ansätzen; persönlich nerven mich diese ein wenig)
- Remix by O. Froning (der Dune-Produzent versucht die Bombe mit dancefloortauglichem Trance zu kombinieren, durchaus anhörenswert, aber: man kann's auch als Lückenfüller bezeichnen).
Inspiriert wurde Sascha Mario Klein hier von einer Kurzgeschichte namens "die Bombe die nicht tickt". Leider konnte ich diese bis jetzt nirgendwo finden.
Zusätzlich zum Titelsong versorgt die EP das durchaus schon verwöhnte Ohr des Zuhörers mit 3 bis jetzt nicht veröffentlichten Releases:
- Suffocating Right (Raw-Version): sehr interessantes Stück, balladesk, geht unter die Haut. Wertet die EP unheimlich auf. Die Pianomelodie macht einen neugierig auf die entgültige Fassung, die mit dem Frühjahr 2005 geplanten Album "Gelb" erscheinen wird. Auf jeden Fall ein Abspieltipp für alle, die Neuroticfish einmal von seiner sensiblen Seite kennenlernen möchten ;-)
- No more ghosts: dieser Track existiert schon länger, ist aber bis jetzt noch nie offiziell erschienen, was eigentlich sehr schade ist, denn dieser Track steht wieder im totalen Gegensatz zum vorherigen: rockig, dennoch technoid und ein wenig im Industrial-Style (Beats, Bassläufe..) gehalten. Sascha tobt sich hier an seinem Vocoder so richtig aus ;-)
- "Care" in einer griechischen Orchesterversion. Auf diese Idee kam Sascha mit einem Fan auf seiner Griechenland-Exkursion (Elfentanz, Athen). Passt wunderbar zum Abschluss einer wunderbaren EP. Auch wer "Care" schon seit "Sushi" bzw. "Surimi" kennt: unbedingt reinhören.
Insgesamt zeigt Sascha nicht nur, dass er gut mit dem Synthesizer und Cubase umgehen kann, sondern auch ein hervorragender Komponist ist (Care, Suffocating Right) was einmal mehr für die Vielseitigkeit des neurotischen Fisches (der gar nicht schwimmen kann.. ;-) steht. Sicher hat er es trotzdem schwer, gerade seine Vorgänger-EP zu übertrumpfen ("Need / It's not me" gehört zu meinen absoluten Favoriten).. ob dies der Fall ist, ist Meinungssache, ich sage nein. Vielleicht liegt es daran, dass er die Bombe nicht in den von ihm gewohnten "Root" "Core" und "External" Versionen präsentiert. Die ersten 3 Tracks ähneln sich doch zu sehr. Andererseits ist dies auch Sinn und Zweck einer EP. Eine "Vier plus" für "the Bomb EP".