Sandra Bullock gewann als Hauptdarstellerin in "Blind Side" sowohl den Oscar als auch den Golden Globe. An den Kinokassen spielte der Film rund das 10fache der Kosten ein. Das Drehbuch basiert auf der wahren Geschichte des Football-Spielers Michael Oher.
STORY
"Big Mike" (Quinton Aaron) wechselt von einer Pflegefamilie zur nächsten, bis ein Pflegevater auf die Idee kommt, ihn in einer Privatschule unterzubringen. Das Problem: Noten und Kosten sprechen nicht für diese Idee. Als Faustpfand soll dafür sein Sporttalent gelten. Als Leigh Anne Tuhoy (Sandra Bullock) eines Nachts Michael, inzwischen wieder ohne Pflegefamilie, über die Straßen laufen sieht, nimmt sie ihn mit nach Hause, bietet ihm erst mal ein Heim und später eine Familie, die er so noch nicht hatte.
MEINUNG
Das richtig Gute an dem Film ist, dass man auf unbedingte Hürden, ggf. damit der Film spannender wird, in dem Weg von Michael Oher verzichtet. Es gibt zwar einen Lehrer, der nicht bereit ist, irgendwas an seinen schulischen Leistungen zu beschönigen. Es gibt seine alten Pseudo-Kumpels, die ihn noch mal zurück in sein altes Leben ziehen wollen und am Ende irgendeine Verwaltungsbeamte, der die ganze Sache stinkt. Aber das kommt normal, nicht überzeichnend daher.
Die Botschaft: Es gibt sie, die normalen, guten Menschen, die einfach leben und leben lassen und wenn sie es nicht ganz lassen, dann auch helfen und einen herzlichen Charakter beweisen. Warum zum Teufel muss an der guten Tat auch immer herum analysiert werden, ob da nicht doch was Schändliches ist? Ein Syndrom der heutigen Zeit, das hier mal nicht zum Zuge kommt. Und noch eine Botschaft: Da werden zwar alle hochintellektuellen Gutmenschen aufjaulen, aber Geld schadet nicht, wenn man helfen und ein besseres Leben haben will. Und ja, Hilfe kann auch dann selbstlos sein. Und wenn man dann ein bisschen die Liebe zu einem bestimmten Football-Team fördert, was soll's? Ich freu mich ja auch, wenn mein Sohn Fan der gleichen Mannschaft wird wie ich, auf die gleiche Schule geht und vielleicht sogar ähnliche Hobbys hat.
Zu den Schauspielern: Angenehme andere Gesichter und eine richtig starke Sandra Bullock. Ihre Auszeichnungen dürften verdient sein.
FAZIT
Ein Film der ohne unnötig aufgebauschte Dramen auskommt, dadurch aber nicht langweilig wird. Er berührt, unterhält, lässt einen an das Gute glauben und ist vor allem ein Denkzettel an alle professionell berufenen "Besser-Helfer".