Nachdem der Film im Kino lief und mit dem Academy Award für Sandra Bullock belohnt wurde, haben sich viele Kritiker und Rezensenten über den hohen Kitschgehalt amüsiert oder aufgeregt. Selbst wohlmeinende Filmzuschauer zuckten manchmal im Kinosessel zusammen, wenn der arme, riesige, obdachlose Schwarze "Big Mike" von der christlichen, weißen, reichen Missis Tuohy umsorgt wurde und against all odds den Weg zum College schaffte (und damit auch zur Footballkarriere als Left Tackle, der die "Blind Side" des Quarterbacks schützt).
In Lewis' Buch wird deutlich, warum diese Position so wichtig ist (und warum potentielle NFL-Profis auf dieser Position so gesucht und so gut bezahlt werden). Dazu gibt es im Unterschied zum Film einige Kapitel, die sich speziell mit Football beschäftigen, zudem erfährt der Leser, dass die Realität noch um einiges kitschiger war als im Film dargestellt. Hinzu kommen viele Aspekte, die für den Film vereinfacht wurden.
Lewis schafft es, aus einem Sachbuch eine sehr bewegende und informative Lektüre zu machen, die ich eine Woche lang überall mitnahm, obwohl der Ausgang ja ohnehin bekannt war. Die vielen Wechsel zwischen Michaels Geschichte, Footballhintergrund und Spieltaktik werden nicht jedermanns Sache sein, erklären aber viel mehr als der auf den zwischenmenschlichen Aspekt reduzierte Film.
Ach ja, und Football ist viel interessanter geworden...