Liebhaber von originellen Eröffnungen, mit denen man den Gegner schon ab dem dritten Zug zum selbständigen Nachdenken "zwingen" kann, sollten hier unbedingt zugreifen! Denn mit seinem Buch gibt IM Orlov dem Schwarzspieler ein komplettes Repertoir nach 1. d4 Sf6, 2. c4 Sc6!? in die Hand!
Der "Tango" ist eine sehr interessante Eröffnung, die ich jedoch erst Spielern ab einer DWZ von 1800 und aufwärts empfehlen möchte. Warum das so ist? Weil je nach Erwiderung des Weissen die unterschiedlichsten Bauernstrukturen entstehen können. Direkte Übergänge ins Nimzo- oder Bogo-Indisch und gar
Königsindische Aufbauten mit d6, g6 und Lg7 sind nicht selten. Es gehört also schon etwas Basiswissen zum richtigen Umgang mit diesen Strukturen dazu.
Orlov gibt jedoch auch eine Menge an Erklärungen, worum es dem Schwarzen gibt und welche Pfade er besser vermeiden sollte. Und er kennt sich mit dem "Tango" bestens aus: er hat ihn unzählige Male und mit Erfolg auch gegen stärkste Konkurrenz angewandt, so
z.B. gegen die Grossmeister Browne, Christiansen und Seirawan!
In letzter Zeit haben mehrere starke Grossmeister den "Tango" als dynamische Waffe eingesetzt, allen voraus die amerikanischen GM's Nakamura, Yermolinsky und Benjamin - und das spricht zweifelsohne für den "Tango"!
In zahlreichen Internet-Blitzpartien konnte ich das Miniatur-Potential des "Tango" schon selbst mit Erfolg ausprobieren, weil kaum ein Weissspieler ernsthaft damit rechnet, den Tango vorgesetzt zu bekommen. Gerade darum lohnt sich schon der Versuch! Wer originelle Eröffnungen liebt, dem kann ich den
"Black Knights Tango" nur empfehlen!
Eine Kleinigkeit noch am Rande: nach 1. d4 Sf6 ist Weiss natürlich keinesfalls gezwungen, seinen c-Bauern nach c4
zu stellen. Für diesen Zweck sollte man eine entsprechende Antwort zurechtgelegt haben! Abgesehen davon: eine ganz klare Kaufempfehlung!
Als tolle Ergänzung möchte ich noch auf das Buch "1. ...Sc6! aus allen Lagen" von Keilhack und Schlenker verweisen, das meiner Ansicht nach in keiner Sammlung interessanter Eröffnungsbücher fehlen sollte, oder - für die Weissspieler - das Gegenstück dazu, den "Linksspringer" (1.Sc3), ebenfalls von Keilhack!