Die 13 Episoden mit je 40 Minuten Laufzeit drehen sich um die vier Brüder Donnelly Tommy, Jimmy, Shaun und Kevin, die irischstämmig und alle in den Zwanzigern in 'Hell's Kitchen' im New York der Jetztzeit leben. Ihr vor ein paar Jahren ermordeter Vater war eine Größe in der irischen Community, der loyal und fürsorgend, aber auch in illegale Geschäfte verwickelt war. Zu Beginn der Serie sind sie teilweise mit Ausbildung beschäftigt, betreiben mehr schlecht als recht eine Kneipe und sind in Kleinkriminialität vermittelt. Jimmy ist der durchgeknallte Typ, Tommy der vernünftige (studiert Kunst), Kevin ein cooler Spieler, Shaun sanfter Frauenheld und ein bisschen 'Nesthäckchen'. Die Familie lebt mit ihrer Mutter.
Die Serie setzt ein, als Jimmy einen italienischen Buchhalter entführt, bei dem Kevin Schulden hat, der Neffe einer lokalen Mafiagröße ist. Das bringt die Jungs in Konflikt mit der italienischen Mafiagruppe und führt am Ende von Folge 1 zu einschneidenden Ereignissen, die das kriminelle Machtgefüge im Viertel durcheinander bringen und der die Brüder nun (eventuell) einen Platz finden. Es geht darum, ob und wie sie sich von Kleinkriminellen zu organisiert Kriminellen entwickeln, um ihre Auseinandersetzung mit den etablierten mafiösen Strukturen und um neue und alte Familiengeschichten (ihr Onkel führt den irischen Mob; die Frage, wer ihren Vater umgebracht hat, treibt die Jungs immer noch um). Eingestreut werden immer wieder Rückblenden auf die Kindheit der Jungs, die ihre heutige Psyche erklären soll. Wichtige Nebenhandlung ist die nicht ganz glückliche Liebe von Tommy zu Jenny. Rahmenhandlung ist, dass alles vermeintlich rückwirkend von Joey 'Ice Cream' erzählt wird. Der ist ein Freund der Jungs, teilweise an ihren Aktionen beteiligt, sitzt im Gefängnis und redet mit den Cops oder anderen Figuren im Gefängnis, wobei er den 'Aufstieg' der Donnellys erzählt. Dabei ist nicht immer ganz klar, was von der Erzählung stimmt.
Mir hat die Serie deutlich weniger gefallen als den anderen Rezensenten. Ich habe eine Vermutung über die Gründe, die ich freilich nicht belegen kann: Die Serie spricht eher ein Publikum unter 30 und ich bin nun doch schon über 40. Je nach eigenem Alter sollte man also entscheiden, ob man meiner Rezension Aufmerksamkeit schenkt oder nicht. Die Serie ist zunächst recht kurzweilig. Es passiert viel in z.T. schneller Abfolge und es gibt mehrere Handlungsfäden, die auch gut nebeneinander bedient und (bei einigen Unstimmigkeiten) auch zufriedenstellend miteinander verknüpft werden. Die Charakterzeichnungen der Figuren sind deutlich und recht kräftig, allerdings auch etwas einfach und oberflächlich. Viele Szenen sind mit schmissigen Pop-Soundtrack (mit Gesang) untermalt.
Letzteres hat mir schon nicht so gefallen. Eine emotionale Szene oder gar eine, die auf Gewalt zuläuft, und im Hintegrund säuselt ein Pop-Barde - das passt für mich nicht. Dramaturgisch stört neben der Einfachheit vieler Figuren der sehr geringe Realismus. Die vier Jungs entwickeln sich innerhalb kurzer Zeit vom Kleinkriminiellen zu zuweilen Super-Gangster, die relativ souverän und smooth ein paar Leute umbringen oder schwer körperlich misshandeln. Da passt zum einen nicht die Überlegenheit, mit der sie das tun (oft gegen gestandene, erwachsene Gangster, die sich aber trotz der tendenziellen Milchgesichtigkeit ihrer Gegenüber einfach umbringen lassen oder den Schwanz einziehen), noch das Ausmaß an selbstverständlicher Gewaltbereitschaft, dass sie so plötzlich in sich abrufen können. Die Bezüge zur Kindheit und die dabei präsentierten Erklärungen sind am Anfang noch ganz gut, am Ende wird es etwas arg küchenpsychologisch und arbeitet ein paar mal zu oft mit großen Kinderaugen.
Schauspielerisch ist es z.T. gut gemacht, ist aber auch oft immer auf die gleiche Masche angelegt und wirkt wie eine Imitation bekannterer Mafie-Produktionen. Der Hit ist allerdings Kate 'Captian Janeway' Mulgrew als ihre Mutter (leider mit viel zu kleiner Rolle), die mit atemberaubender Intensität die harte und verhärmte Mutter spielt. Das hätte ich ihr nie zugetraut und sie spielt ihre jugendlichen Mitspieler schwer an die Wand.
Aufgrund der zitierten Punkte ist meines Erachtens ein Vergleich mit Produktionen wie "The Sopranos" nicht statthaft. The Black Donnellys ahmt solche vieleicht nach, spielt aber zwei Klassen tiefer.
Die Serie ist in Amerika durchgefallen (die letzten fünf Folgen wurden nur noch online ausgestrahlt), eine geplante Fortsetzung wurde nicht produziert. Das merkt man am Ende auch, da einige Handlungsfäden und Fragen offen bleiben. Micht hat's auch phasenweise gelangweilt. Daher knappe vier Sterne.
Sprache: Englisch ohne jede UT. Ich bin mit Kopfhörer ganz gut zurechtgekommen. Bezüglich Vokabular und Grammatik ist es ganz gut zu verstehen. Die Aussprache ist zuweilen schwierig. Speziell Jonathan Tucker als Tommy mampft die Laute mehr als dass er sie artikuliert, Tom Guiry zieht sie in den zusammengekniffenen Mund hinein.