Die neue CD, 'The Bitter And The Sweet' des Cecile Verny Quartetts ist noch gar nicht richtig auf dem Markt, da gibt es schon freudige Botschaften zu verkünden: das Cecile Verny Quartett erhält für seine neuste Veröffentlichung den "Preis der deutschen Schallplattenkritik". Recht so! Nach den Solopfaden des erfolgreichen 'European Songbook' kehrt eine, in ihrem neuen CD-Booklet sichtlich Zufriedenheit ausstrahlende, Jazz-Chanteuse in den Schoß ihres glänzend eingespielten Quartetts zurück. Der Pianist Andreas Erchinger hat wieder einen Großteil der durchweg eigenen Kompositionen auf 'The Bitter And The Sweet' arrangiert, viele Texte kommen aus der Feder der Sängerin selbst, aber auch Bassist Bernd Heitzler und Schlagzeuger Torsten Krill haben in allen Feldern zu dieser ausgezeichneten Teamarbeit beigetragen. Überhaupt macht dieses Quartett einen wunderbar groovenden Eindruck, der höchste musikalische Professioanlität mit relaxtem Spielwitz und spannungsgeladener Ausdruckskraft vereint. Das Quartett scheint so richtig "angekommen", hier machen vier sensible Vollblut-Künstler ihre Musik, ohne Kompromisse und falsche Anbiederei. Ob Jazz, Blues, Swing, World-Music, Folk - alles mit einem kräftigen Touch Soul - mal süß, heiß, energisch, freudig, energiegeladen und dann wieder bitter, melancholisch, elegisch und nachdenklich vorgetragen - das ist moderner Jazz vom Allerfeinsten. Cecile Verny ist an der Elfenbeinküste geboren, in Frankreich aufgeachsen und lebt heute in Süddeutschland. Sie singt auf Englisch und in ihrer Muttersprache Französisch. Afrikanische Roots, französische Gesangstradition und unangestrengte Scatakrobatik verbindent, setzt die Vokalistin ihre ausgereifte und so abwechslungsreiche Stimme virtuos ein und vermittelt eine persönliche Intensität, die so herrlich cool, wie packend und emotionsgeladen ist. Sie wollen einfach gute Musik machen, sagen sie über sich selbst, und möglichst in keine Schublade gesteckt werden. Muß man auch nicht, wenn der Vortrag so überzeugend ist. Eine großartige neue CD, der man nur den ganz großen Erfolg wünschen kann.
Christian Hodeige