Wenn Leute versuchen, die Musik von "Bird and the Bee" zu beschreiben, fallen oft Begriffe wie "60s pop", "indie pop" oder "elektropop und diverse weitere Klassifizierungen. Nichts davon ist gänzlich falsch, doch keiner der Begriffe beschreibt diese Musik vollständig - dafür sind die Einflüsse einfach zu mannigfaltig.
Die Instrumentierung ist oft elektronisch, getrieben vom Sound analoger Drumcomputer und Retro-Samples, gespickt mit Synthesizern, E-Pianos und gelegentlich einer Gitarre. Klingt erst einmal nicht spektakulär, könnte so auch auf modernen Pop- oder RnB-Aufnahmen auftauchen.
Was das Album aber wirklich einzigartig macht, ist erstens die Qualität des Songwritings und zweites die raffinierten, ideenreichen Arrangements. Die Harmonien und die Melodieführung sind meilenweit vom Mainstream-Pop entfernt, mit deutlichen Jazz- und (genau!) Sixties-Einflüssen, und mit den Ideen, die Greg Kurstin in einem Song auffährt, füllen minderbegabte Bands eine ganze Platte. Dazu kommt der glasklare Gesang von Inara George (der mir nur manchmal zu zuckerig ist) und wir haben ein Debüt-Album, welches die Messlatte für intelligente Popmusik sehr, sehr hoch legt, nichtsdestotrotz aber immer eingängig bleibt.