Nicht zuletzt die Ähnlichkeit des Titels zu "The big Lebowski" und der immer wiederkehrende Gedanke an Tarantinos (Big)Kahuna-Burger, haben mich dazu, verleitet diesen Film zu kaufen.
Allerdings hat mich letztendlich vor allem der Cast davon überzeugt, diesem eher unbekannten Film eine Chance zu geben und es war, wie man an meiner Bewertung sieht, eine gute Entscheidung.
In "The big Kahuna" geht es um Phil (Danny DeVito), Larry (Kevin Spacey) und Bob (Peter Facinelli), die sich während eines Kongresses ein Zimmer im Hotel teilen. Phil und Larry sind Vertreter und schon alte Hasen. Bob dagegen ist erst seit sechs Monaten bei der Firma beschäftigt und somit noch ein rechter Grünschnabel. Zusammen wollen sie versuchen einen einflussreichen Geschäftspartner ihr Produnkt anzudrehen. Während sie warten, unterhalten sich die drei, die oftmals sehr unterschiedlicher Ansicht sind, über Gott und die Welt.
Bob hat ein starkes Mittleilungsbedürfnis, dadurch gerät er vor allem immer wieder mit Larry aneinander, der ein zynischer Miesepeter ist und versucht Bob zu desillusionieren.
Der Film spielt fast ausschließlich in einem Raum, da der Stoff ursprünglich für die Bühne geschrieben wurde. Daher ist der Film auch sehr dialoglastig und es gibt nur sehr wenig Handlung. Allerdings ist jeder Satz, jedes Wort von höchster Bedeutung und könnte keinesfalls weggelassen werden. Zudem bergen sie so manches komödiantische Element in sich (nicht umsonst wird der Film auf der DVD-Hülle dem Genre "tiefgründige Komödie" zugeordnet) Dadurch und durch die hervorragende schauspielerische Lesitung vor allem DeVitos uns Spaceys, ist der Film aus meiner Sicht nicht im mindesten langweilig. Diese Bewertung ist natürlich vollkommen subjektiv und daher würde ich niemandem diesen Film empfehlen, der prinzipiell lange Dialoge in Filmen abgeneigt ist. Spannung im konventionellen Sinne wird auch nicht aufgebaut, sodass "The big Kahuna" doch ein sehr ungewöhnlicher Film ist.
Der Film ist sehr komplex, vor allem in Hinblick auf die Beziehung der Figuren zueinander und ihrem Charakter. Zu Anfang scheinen alle drei sehr stereotyp zu sein und wir bilden uns sofort eine Meinug über sie. Doch im Laufe des Films gewinnen die Figuren an Tiefe und die Zuschauer werden ihre Meinung überdenken müssen. So könnte man Phil beispielsweise anfangs für einen stumpfen, relativ oberflächlichen Menschen halten, weil er "Penthouse" liest. Doch später wird er es sein, der Larry seine Seele ausschüttet und Fragen über Liebe und Tod aufwirft, was uns zeigt, dass er sich ernsthaft Gedanken macht.
Genauso halten wir Larry für einen zynischen Egomanen, der sich selbst gerne reden hört, doch werden wir auch Zeuge seiner tiefen Zuneigung zu Phil.
Insgesamt werden viele verscheidene Themen aufgeworfen und diskutiert, was mitunter zu neuen Denkanstößen anregt. Dabei muss man den einzelnen Figuren nicht in allem zustimmen, aber sie bringen den Stein ins Rollen und es macht in gewisser Weise durchaus Freude, die Gedankengänge der drei zu verfolgen.
Aber nicht nur die Dialoge sind durchweg hervorragend. Auch die filmische Umsetzung ist nicht von schlechten Eltern und spielt ihre Vorteile gegenüber einem simplen Bühnenstück geschickt aus. So sehen wir im Einspieler viele Männer in Anzügen, allerdings werden sie lediglich vom Rumpf bis zu den Füßen gefilmt. Sie schütteln sich ständig die Hände. Dann sehen wir zum ersten Mal Phil und Bob im Hotelzimmer und einer der ersten Sätze, die Phil zu Bob sagt, ist: "Ich fühle mich, als hätte ich mein Leben lang nur Hände geschüttelt."
Auch die Musik wird sehr sinnvoll eingebaut und unterfüttert einige Szenen subtil. So fragt Bob einmal Phil ob es seine Frau nicht störe, wenn er Zeitschriften wie "Penthouse" lese. Für einen kurzen Augenblick hört die Musik im Hintergrund auf, während Phil aufschaut und kurz angebunden zu verstehen gibt, seine Frau ginge dies nichts an, denn sie seien geschieden.
Genauso gibt es eine Szene, in der alle drei nebeneinander im Fahrstuhl stehen. Wir sehen nur Großaufnahmen von den Gesichtern, während die Kamera von Phil zu Larry zu Bob wandert. Dabei wird der Gesichtsausdruck von Person zu Person zufriedener und zeigt die drei verschiedenen "Stadien" in denn sie sich befinden. Gleichzeitig hat diese Szene auch etwas Paradoxes bzw. Ironisches, denn durch die Größe der Schauspieler wandert die Kamera immer höher, doch eigentlich ist die Entwicklung anders herum und es müsste bergab gehen.
Ein weiteres Highlight des Films, sind die Traumsequenzen der einzelnen Personen, in denen der Zuschauer erfährt, was sich die Personen für sich selbst wünschen, wie sie gerne wären. Vor allem die fließenden Übergänge von Traum zu Realität sind sehr eindrucksvoll, da dem Zuschauer erst langsam bewusst wird, dass es sich um Traumsequenzen handelt. So wird einem besonders bewusst, wie sehr Realität und Wunschdenken der Personen auseinander liegen.
Allerdings, gibt es doch einige Punkte, die mich davon abhalten, die Höchstwertung zu geben. So bleibt mir der Film zum Ende hin zu versöhnlich. Am Ende fehlte etwas, der Film verwehrte mir eine gewisse Genugtuung bzw. Erkenntnis.
Zudem schienen mir die christlichen Werte, wenngleich Larry nicht müde wird sie immer wieder zu kritisieren, zu hoch gehalten zuwenden.
Dies sind nur Kleinigkeiten, die jeder anderes bewerten mag, aber sie ändern nichts daran, dass ich diesen Film trotzdem ziemlich gut finde. Man muss ihn sicherlich einige male sehen, um ihn in seiner Gänze begreifen zu können, da er wie gesagt dialogisch sehr dicht ist. Nicht jedem wird der Film gefallen, doch einer Chance sollte man ihm allemal geben.
Zu DVD selbst lässt sich sagen, dass sie nur sehr mager ausgestattet ist. Es gibt keine Untertitel, was mich sehr ärgert und von Bonusmaterial lässt sich hier kaum sprechen.