„It’s not what it looks like“. Mit diesen Worten endete die vierte Staffel, und mit diesen Worten beginnt auch Staffel 5. Denn die Staffel startet an dem Tag, an dem die vierte Staffel endete, und Sheldon grübelt beim Mittagessen über diese Aussage von Penny am selben Morgen. Nachdem sich im Finale der vierten Staffel die Ereignisse überschlagen haben, herrscht einige Spannung in der Gruppe. Diese werden ungewollt von Sheldon gelöst, der sich in seinen Handlungen von den emotionalen Problemen seiner Mitmenschen natürlich wenig beeinflussen lässt.
Die fünfte Staffel ist geprägt von allerlei Beziehungsproblemen. Die Frischverlobten Howard und Bernadette planen Ihre Hochzeit, haben so Ihre Probleme mit den künftigen Schwiegereltern, und einige Mal gerät Howard in Schwierigkeiten wegen seiner Vergangenheit. Leonards Fernbeziehung zu Priya hält nicht lange und so beschließt er einen zweiten Versuch bei Penny zu unternehmen, dem diese gegenüber nicht abgeneigt ist. Sheldon und Amy schließen mittlerweile eine Freundschaftsvereinbarung, wodurch Sheldon Amy nun offiziell als "seine Freundin" anerkennt.
Im Prinzip werden die in Staffel Vier begonnen Ereignisse weiter vorangetrieben. Allen voran die Intensivierung der Beziehung von Sheldon und Amy. Amy wurde ursprünglich als weiblicher Sheldon in der Serie etabliert, verhält sich aber immer mehr wie eine typische Frau und sorgt somit für einige romantische und damit befremdliche Momente.
Durch die erneute Beziehung zu Bernadette verschwindet der Howard der ersten Staffeln vollkommen von der Bildfläche. Der Mann der bei jeder Gelegenheit jeder Frau nachgestiegen ist, der mit kuriosen Verführungsmethoden für viele Lacher in der Serie sorgte ist gezähmt, und steht nun zwischen zwei Frauen, die ihn beide für sich haben wollen. Der Running-Gag dass man seine Mutter nur hört, aber nie sieht, wird in dieser Staffel etwas überstrapaziert. Zu häufig sind dafür mittlerweile Ihre Auftritte geworden.
Deswegen ist der Charakter der für die besten Momente in dieser Staffel sorgt, derjenige der sich treu geblieben ist, Raj. Erst klärt er den One-Night-Stand mit Penny auf, den hat er verschiedene „Beziehungen“ mit Frauen die ihn wirklich verstehen, und kann die anderen Jungs mal für ein ganzes Wochenende von ihren Freundinnen wegreißen. Er vermisst die "guten alten Zeiten" ähnlich wie ich.
Besonders ärgerlich ist die Veränderung in der Beziehung von Leonard und Penny. Als die beiden in der dritten Staffel zusammen waren, musste Leonard noch bei allen Debatten nachgeben, weil Penny ja angeblich sofort wieder einen Freund hätte, während Leonard erst wieder eine Freundin finden würde, wenn er weiß wie er sich eine baut. Das hat sich mittlerweile geändert. In der vierten Staffel hat Leonard mit Rays Schwester wieder eine Freundin. In dieser Staffel trifft er auch gleich eine Frau die auf ihn steht, die Affäre scheitert nur an seiner zum dem Zeitpunkt noch Vorhandenen Beziehung zu Priya. Leonard ist also zum Frauenheld mutiert, ein Aspekt der auch in Staffel 6 wieder Beachtung findet.
Im Gegensatz dazu steht Penny, die uns zu Beginn der Serie als die Schönheit mit vielen Freunden hinter der quasi alle Männer der her sind vorgestellt wurde. Nach der Beziehung zu Leonard in Staffel 3 muss sie den Kontakt zu ihren anderen Freunden abgebrochen haben, denn sie hängt nur noch mit Bernadette und Amy rum. Auch laufen ihr offenbar keine Männer mehr hinterher. Okay, sie wirft Leonard schon wenige Folgen nach Beendigung der Beziehung vor, dass sie wegen ihm nicht mehr mit dummen Typen ausgehen kann, aber musste die Macher das wirklich ernst meinen? Ihr ständiges Leonard-Hinterhergejammer in Staffel 4 hat echt genervt, und in dieser Staffel kehrt sie nun zu ihm zurück als ob sie keine andere Wahl hätte. Sie die sich doch die Männer aussuchen kann.
Sie ist nicht mehr die Schnittstelle zwischen der echten Welt und den Nerds, nein sie ist ein Teil der Nerds geworden. Wobei die Nerds ja schon lange keine mehr sind. Leonard ist ja quasi schon die ganze Serie hinter Penny her oder hat eine Beziehung. Sheldon wird von Amy gezähmt und Howard ist seit der erneuten Beziehung mit Bernadette sowieso nicht mehr der Alte.
Natürlich hat die Staffel auch ihre guten Momente. Die Dreiecksbeziehung zwischen Bernadette, Howard und seiner Mutter sorgt für skurrile Situationen, und auch Sheldon darf in einigen Folgen ganz er selbst sein: Er startet einen Videoblog über Flaggen, er duelliert sich mit seinem Erz-Feind Kripke um ein Büro, er macht sich zu Howards Sklaven weil er Stephen Hawking treffen will, er versucht sich bei den drei Jungs für einen fiesen Halloweenstreich zu revanchieren, und mein persönlicher Höhepunkt: Nachdem wegen einer Krankheit seines Friseurs sein monatlicher Haarschnitt ausfällt merkt Sheldon das die Erde sich weiterdreht wenn seine Welt in Ungleichgewicht fällt, und beschließt nicht mehr so strenge Regeln zu haben, was er natürlich maßlos übertreibt. Außerdem darf Howard zur ISS fliegen, die Vorbereitung dafür hat auch ihre sehenswerten Aspekte.
Was leider immer weniger wird sind die genialen Momente bei denen Sheldon und Penny aneinander geraten, oder sie ihm offenbart das sein Verhalten für viele Menschen befremdlich ist. Durch die Erweiterung der Gruppe um Amy und Bernadette teilt sich die Handlung immer öfter in mehrer Stränge auf. Entweder hängen die vier Jungs und die drei Mädels jeweils zusammen herum, oder die drei Pärchen, weswegen Sheldon und Penny eben viel weniger Berührungspunkte haben.
Staffel 4 hat es begonnen, Staffel 5 setzt die Tendenz fort: TBBT ist zu einer Romcom geworden. Im Vordergrund stehen nun Liebesbeziehungen wie man es schon aus zahlreichen Sitcoms kennt. Die Reihe ist immer noch gut, hat aber zu viel ihres ursprünglichen Konzeptes verloren. Die Nerds müssen nur noch in wenigen Folgen mit der Außenwelt zurechtkommen. Häufig geht es um kleine Reiberein innerhalb der 7er-Gruppe, und das ist meistens nicht so unterhaltsam wie die Konflikte zwischen den Jungs und dem Rest der Welt früherer Tage.