Ja, auch ich muss leider zugeben, dass die ganzen Vorredner wirklich recht haben. Avril's Debut, "Let go", war bereits gut, "Under my Skin" war sogar noch besser! Beide Alben sind super individuell, haben Stil, Power, aber auch Melancholie, einen hohen Wiedererkennungswert und Anspruch. Ohne lange zu Überlegen griff ich somit auch zu "The Best Damn Thing" - schlechte Wahl!
Normalerweise bin auch ich Fan bei Rezensionen jeden Song einzeln vorzustellen und zu bewerten. Hier lass ich es besser, weil man zu vielen Songs einfach immer das Gleiche sagen wird. Viele Songs sind nahe zu identisch, sowohl vom Rhythmus, als auch teilweise vom Text. Das ist nahe zu peinlich auf einem Album!
Die einzigen Songs, die wirklich was zu bieten haben, sind:
- "Girlfriend": Ein Spaß-Song, der Lust auf den Sommer macht, zum Mitgrölen anregt. Auch wenn bereits hier textliche Defizite vorzuweisen sind ein guter Einstieg ins Album.
- "Runaway": Ebenfalls eine Midtempo-Nummer, die aber auch auf Nummer sicher geht und viele Gitarren beinhaltet. Hätte perfekt auf "Let go" sein können. Avril festigt ihren Stil! Eher lockere Strophen, kleine Steigerung in der Strophe und der Refrain feuert richtig los! Geil!
- "When you're gone": Avrils Balladen sind für mich ihre Stärken, so auch diese. Beim ersten Durchlauf klingt sie etwas einfallslos. Sie revolutioniert auch nicht, muss sie aber auch nicht. Eine tolle Powerballade, schöner Text, der Refrain beißt sich fest, spätestens beim dritten Durchlauf.
- "Innocence": Eine weitere Pianoballade, die Avrils Gesangskünste zeigt, erinnert mich ein wenig an "I'm with you", aber auch an "When you're gone". Auf jeden Fall gelungen und der Text ist super optimistisch.
Hört man nur diese Songs erwartet man wohl wieder ein gutes Avril-Album, auch wenn sogar diese mit vielen Songs von "Let go" und "Under my skin" nicht mithalten können!
Klar gibt es noch weitere Songs, die ganz nett sind, als Beispiel "The Best Damn Thing", das mit einem Ohrwurmrefrain daherkommt, aber furchtbar lächerlich beginnt. Auch ihr Soundtrack-Beitrag zu "Eragon" namens "Keep holding on" ist nicht schlecht, aber definitiv ihre schlechteste Ballade, die sie je gemacht hat. Man muss sich nur so "Stücke" wie "I can do better" anhören und denkt: >>Was ist das???<< Jedenfalls nicht Avrils Qualitäten... Genau auf diesem Niveau plätschern auch "Everything back but you", "I don't have to try" und und und vor sich hin! Avril schreit, macht ein auf >>Schaut mich an, ich bin's<< --- sie war aber schon mal wesentlich mehr! Der Höhepunkt ist allerdings bei dem super kommerziellen "Girlfriend" erreicht, dass als BONUS mit deutschem Refrain vorzufinden ist. Gruselig, lächerlich, schwachsinnig! Noch auffälliger kann man Musik nicht auf 12 bzw. 13-Jährige Mädchen beziehen. Sonst war Avril aber keinesfalls nur Musik für Teenies... Der Rest des Albums ist nicht erwähnenswert!
Hoffen wir, dass Avril sich beim nächsten Album wieder auf ihr Können beschränkt und nicht, wie sie es selbst nannte, "ihren Spaß rauslässt", der Spaß wirkt nämlich schrecklich grotesk, nahe zu unecht, aufgesetzt und kindisch. Für 4 wirkliche Kracher und 2 bzw. 3 Songs, die noch ganz nett sind, aber die schlechtesten auf den Vorgänger-Alben gewesen wären, gibt es noch 3 Sterne. Der dritte Stern ist hier schon nahezu geschenkt und doch schmerzt es mir, dass ich einem AVIRL-Album nur 3 Sterne geben kann, aber Gerechtigkeit muss sein...