Als alter Amorphis Fan habe ich mir das Album schon vor einiger Zeit vorbestellt, Alben dieser Band sind in meinen Augen ein "Must have".
Zum Glück habe ich heute Frei (Ja ist wirklich ein Zufall... ) und konnte mir das Album bereits mehrmals anhören. Wer die letzten drei Alben seit "Eclipse" kennt, weiß so ungefähr was auf ihn zukommt. Clear Vocals, zwischendurch gute Growl Einlagen und in sich stimmige Melodien. Erneut sind -ich will es mal psychedelic Einlagen nennen- von Santeri Kallio mit an Bord und fügen sich mehr als stimmig ins Gesamtkonzept ein. Tomi Joutsen zeigt anderen Sängern dieses Genres erneut wo der stimmliche Hammer hängt. Ihm gelingt die Balance zwischen klarem und Guturalen Gesang als wäre es eine Kleinigkeit. Seine Art zu performen verleiht den einzelnen Songs eine gewisse Dynamik, welche einen dazu ermutigt das Album mehrmals nacheinander zu hören um bloß nichts zu verpassen.
Ob Amorphis nun "härter" oder "weicher" klingen als auf den vorigen Alben, mag ich momentan noch nicht wirklich zu beurteilen. Allerdings kommt es mir vor dass die Melodien treibender sind, und Tomi etwas mehr grölt. ;)
In meinen Augen stellt dies eine Verbesserung dar, was natürlich eine rein subjektive Betrachtungsweise ist.
Eines steht jedenfalls fest: Das Album ist aufgrund der zwischenzeitlich einsetzenden weiblichen Unterstützung und des temporär auftretenden Chors epischer als seine Vorgänger. Beide Elemente drängen sich jedoch nicht in den Vordergrund, sondern unterstützen die Emotionen welche mit den einzelnen Songs einhergehen.
Eine Perle des neuen Albums ist direkt am Anfang auszumachen: Battle for Light.
Anfangs geht es mit sanften Piano klängen los, Tomi setzt mit seinem Gesang ein, die Musik wird treibender was durch Tomis Growl noch verstärkt wird. Der Mix aus Tempo, Keyboard, Gitarren und Tomis Gesang machen den Song einzigartig.
Wer auf die härtere Seite von Amorphis steht ist gut mit "My Enemy" beraten. Schnell, Laut, brachialer Gesang. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber der Song hört sich "düsterer" an als Growlstücke wie bspw. "Majestic Beast" von Skyforger.
Perfekt um mal etwas Luft abzulassen.
"Song of the Sage" ist ein sehr komplexer, verschachtelter Geniestreich welcher deutlich vor Augen führt wie Souverän die Band auf ihren Instrumenten spielt. Bin sehr gespannt wie der Song Live kommt.
Habe gerade keine Lust alle Songs einzeln aufzuzählen, jedoch ist jedes Stück ein Unikat und man stellt zwar keine große, jedoch vorhandene Weiterentwicklung fest. Wer die Vorgänger kennt macht hier absolut nichts falsch.
Soweit ich es in der kurzen Zeit bis jetzt beurteilen kann, könnte es nach mehrmaligem hören vllt. das Beste aller Alben seit dem Einstieg von Tomi Joutsen werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Mir gefällt der Mix aus härteren und melodischeren Klängen, die Stimmung ist allgemein ein wenig düsterer und die Jungs aus Finnland spielen Souverän auf. Die Neuerungen wie Tomis weibliche Unterstützung in manchen Songs, bzw. der Chor tun ihr übriges.
5/5 Sternen. Must have für Fans, aber auch für alle die etwas -in meinen Augen- einzigartiges Suchen.
Ich Werde die Rezension vllt. nach ein bis zwei Wochen noch einmal überarbeiten, bin gespannt was sich nach mehrmaligen hören ergibt.