Produktinformation
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| Disk: 1 | |||
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| 1. Parasol | |||
| 2. Sweet The Sting | |||
| 3. The Power Of Orange Knickers (feat. Damien Rice) | |||
| 4. Jamaica Inn | |||
| 5. Barons Of Suburbia | |||
| 6. Sleeps With Butterflies | |||
| 7. General Joy | |||
| 8. Mother Revolution | |||
| 9. Ribbons Undone | |||
| 10. Cars And Guitars | |||
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| Disk: 2 | |||
| 1. Interview | |||
| 2. Garlands (Non-Album Track) | |||
Die bekannten Versatzstücke von früheren Werken, die immer auch ein latentes Unbehagen ausstrahlten, sind in einigen Songs auch noch zu spüren, "The Power Of Orange Knickers" oder das Titelstück stehen nach wie vor in dieser Tradition. Aber fast Gospel- oder R&B-lastige Stücke wie "Witness" oder "Sweet The Sting" sind schon weniger zu erwarten gewesen. Eine ungezwungene Heiterkeit scheint über Tori gekommen zu sein, wenn sie bei "Hoochie Woman" weniger an Kate Bush als Chrissy Hynde erinnert. Einige Literaturzitate wie Anlehnungen an "Alice Im Wunderland" oder "Jamaica Inn", das ja ebenfalls in ihrer Wahlheimat Cornwall spielt, kommen auch noch hinzu (Der Librarian gibt eben keine Ruhe).
The Beekeeper hat sicher mehr Eingängigkeit als frühere Scheiben von Tori Amos, ist deswegen aber keinen Deut schlechter und sollte die oben erwähnte treue Fanbasis eher vergrößern als spalten. --Deborah Denzer
Damit kommen wir auch schon zum „Problem" dieses 19 Titel umfassenden Werks: Ein paar der Tracks gehören hier scheinbar nicht rein. Die bereits genannte Single - Auskopplung ebenso wenig wie „Cars and Guitars", in dem Tori zum ersten Mal alt klingt. In dieser Reihe genannt werden muss leider auch „Ribbons undone", eine zartes Solostück, das sich thematisch um Toris Tochter und deren Heranwachsen dreht und ziemlich kitschig geworden ist. Letztlich kann man auch noch „Ireland" dazuzählen - und mit diesem Song kommt auch die Kehrtwendung.
Denn „Ireland" ist witzig, locker und sehr mutig: Tori Amos singt tatsächlich ein funky Lollipop Stück, mit „shananana" Gesang und wenig Inhalt. Und es funktioniert, und mit ihm alle oben genannten Stücke. Denn „The Beekeeper" schließt diese Songs ein in eine Fülle von Stilrichtungen und Launen, wie es sie bei Tori Amos noch nie zuvor gegeben hat. Das Beste an dieser Platte ist die Bandbreite, die sich einem auftut.
Es gibt zarte Klavierstücke, die durch interessante Instrumentierungen aufgebrochen werden. Die Songs sind in sich geschlossen und verbinden sich trotzdem sinnvoll zu einem Ganzen. Einige erschließen sich dem Hörer sofort, gehen ins Ohr und setzen sich fest („Parasol", „Jamaica Inn", „Original Sinsuality"). Doch die Mehrzahl der Songs schleicht sich von hinten heran und bietet Fläche zum immer wieder neu entdecken.
Mit „Sweet the sting" bricht die erste Überraschung aus: Die Frau kann grooven! Und wie. Gemeinsam mit einem Gospel-Chor entführt sie den Hörer in eine heiße Affäre aus Hitze und Lust, die sofort in „The Power of Orange Knickers", ein Duet mit Damien Rice, abgekühlt wird. Selten war ein Song so traurig, so voller Zerbrechlichkeit wie in diesem Glanzstück der Platte.
Ein anderes Highlight ist definitiv „Mother Revolution", das anfangs eher unauffällig daherkommt, wie eine Welle, die ans Ufer schwappt. Die Kraft dieses Stücks liegt in dem originellen Arrangement, das sich auch durch Stücke wie „Martha's foolish Ginger" oder „ Goodbye Pisces" zieht und sich langsam anschmiegt.
Spannende, schwierige Stücke sind - ganz in alter Tradition - auch dabei: „Witness und „The Beekeeper" sind nicht nur mit über 6 Minuten die längsten Songs des Albums, sondern auch die aufwühlendsten. Doch das wahre Wunderwerk ist „Marys of the sea", dramatisch, laut, wild, ruhig und voller Eleganz. Zum ersten Mal klingt Tori Amos wirklich ein wenig nach Kate Bush, nur ist dies der beste Song, den Kate niemals schrieb.
Inhaltlich sind die Texte deutlicher geworden als früher, verständlicher und trotzdem nicht langweilig; man muss immer noch zahlreiche Lexika, Mythologie- und Geschichtsbücher zu Rate ziehen, um inhaltlich mitzukommen.
Herausragend ist definitiv die gesamte Produktion der Platte, kein Ton geht unter oder sitzt am falschen Ort. Toris Standard-Begleiter Matt Chamberlain und Jon Evans können hier zeigen, was sie drauf haben und Tori nutzt endlich ihre größte Gabe voll aus: die Background Vocals. So entstehen Klangwelten, die bei jedem Hören völlig neu erscheinen.
„The Beekeeper" macht nicht nur Lust auf den Repeat-Knopf. Es lässt einen auch schon mit Vorfreude und Spannung die nächsten 8 Tori -Alben erwarten, denn eins ist klar, sie wird, wie wir Zuhörer auch, niemals aufhören, Neues zu entdecken, zu Lernen und auszuprobieren.
Ich empfehle diese Platte jedem, der sich in dieser Welt nicht immer gleich zurecht findet. Jedem, der Musik in erster Linie mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand wahrnimmt. Der neugierig und offen für Ungewohntes ist. Dieses Album wächst und wächst und wächst und setzt eine Kraft frei, von der man lange zehren wird.
Danke Tori.
'The Beekeeper', ihr zweites Themenalbum nach 'Scarlett's Walk', ist eingängiger als ihre frühen Werke, aber niemals einfach! Wunderschön eingebettet leben die einzelnen Songs im 'Original Garden of Sinsuality', der wiederum unterteilt ist in 'desert garden', 'rock garden', roses and thorns', 'the greenhouse', 'elixirs and herbs' und 'the orchard'. Jeder einzelne Song ist ein Juwel für sich, aber besonders gelungen finde ich 'Martha's foolish ginger' und 'Toast'. Zusammen erzählt 'The Beekeeper'die Geschichte 'Genesis' aus der matriachalischen Sichtweise - im Gegensatz zu der partriarchalischen Erschaffungsgeschicht in der Bibel. Die Biene verkörpert schon seit Jahrtausenden mit ihren Zyklen ein altes matriarchalisches Bild der frühen Muttergottheiten und wurde als solche auch jahrhundertelang verehrt. Und auch hier gilt, was eigentlich für alle Alben von Tori gilt, je öfter man es hört, desto mehr kann man sich dafür begeistern.
Einst sagte Tori in einem Interview:'There are places you go when you play music, you can't compare to any other places in your life. Du sagst es Tori - und du nimmst uns jedes Mal dorthin mit, wenn du spielst.
P.s.: Unbeding zu empfehlen ist auch ihr Buch 'Pieces'.
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