ich habe mir dieses buch aus interesse an der "beat generation" gekauft, weil mir diese autoren und ihre hauptsächlich lyrischen werke im deutschen sprachraum doch etwas untergegangen zu sein scheinen. william s. burrough's oder jack kerouacs werke taugen ob ihrer zelebrierung des exzessiven lebens, eigenwilliger esoterischer einflüsse und ihrer teils mühsamen stilistischen egozentrik eben weder als schulliteratur, noch liessen sie sich in einen kanon zwängen.
also, wie kam es dass eine handvoll recht unterschiedlicher, an literatur, jazz und ausschweifungen interessierter junger männer (und auch ein paar frauen) das amerika der 1940er bis 60er-jahre gewaltig durchschütteln sollte und den nährboden für die nachfolgende hippie- und gegenkultur bereiten sollte? das steht in diesem buch, welches sorgsam die (teilweise absurden) biographischen wendungen aller maßgeblich beteiligten sowie auch einiger randfiguren unterhaltsam wiedergibt. es macht einfach spass, diesen freaks zuzusehen, wie sie durch das von konsum und spießigkeit geprägte nachkriegs-amerika irrlichtern - doch auch die tragik hinter den exzessen kommt nicht zu kurz.
leider nicht ganz mithalten kann da die grafische umsetzung: die einzelnen episoden wurden von verschiedenen comic-zeichnern illustriert, wobei die qualität doch sehr stark schwankt. hier wäre ein einheitlicher visueller stil doch besser gewesen, finde ich. auch das tolle cover weckt leider erwartungen, die das buch nicht ganz einlösen kann, denn farbe und überdurchschnittliche druckqualität sucht man im buchinneren vergeblich. wer also zeichnungen auf dem niveau der bekanntesten graphic novels wie z.b. "persepolis", "ghost world" oder auch der bücher von joe sacco erwartet, wird von der teilweise kraftvollen, aber ab und an etwas lieblosen umsetzung leider etwas enttäuscht.
trotz dieser abstriche ist es ein empfehlenswertes buch, weil es eine längst fällige aufarbeitung bietet, ohne zu langweilen oder allzu akademisch zu werden. für jeden, der sich auf unterhaltsame art über diese autoren informieren will, die im englischsprachigen raum längst kultstatus besitzen, eigentlich pflicht.