"Jim Carroll - In den Straßen von New York" ist ein sehr erschütterndes und beklemmendes Porträt eines Jugendlichen, der immer tiefer in die Drogenhölle abstürzt und dabei mit den Abgründen der menschlichen Psyche konfrontiert wird. Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman "The Basketball Diaries" von 1978 und erhält durch diesen realen Hintergrund zusätzliche Tiefe und Tragik.
Auf der Suche nach Sinn, Liebe und Anerkennung gerät der nachdenkliche und schriftstellerisch ambitionierte Jim Carroll immer tiefer in die Abhängigkeit: "Anfangs machst du's nur Samstagabend, und du fühlst dich cool wie ein Gangster oder ein Rockstar. Weißt, du schlägst damit nur die Langeweile tot. Das ist Peanuts, eine unbedeutende Angewohnheit. Und du bist so gut drauf, dass du schon dienstags loslegst, dann mittwochs - und schon hat's dich erwischt. Jeder Klugscheißer im Block sagt dir, dass ihm das nicht passieren kann. Aber das ist ein Irrtum." Jim wird irgendwann von der Schule geworfen und muss sich immer wieder mit Schmerz, Gewalt und Erniedrigung auseinandersetzen. Doch es gibt noch einen letzten Hoffnungsschimmer...
Regisseur Scott Kalvert hat "Jim Carroll" als episodenhafte Aneinanderreihung von Begebenheiten inszeniert, die sehr eindrucksvoll die Trostlosigkeit und das Deprimierende von Jims Situation widerspiegeln. Der Film ist schonungslos und beklemmend, und gerade das Schauspiel von Leonardo DiCaprio wird mit zunehmendem Verlauf immer beeindruckender und wirkt erschreckend real und überzeugend. Das trifft auch auf die Darstellungen von Mark Wahlberg und besonders Juliette Lewis zu. Letztere hat zwar nur sehr kurze, dafür aber sehr prägende Auftritte.
"Jim Carroll - In den Straßen von New York" ist ein authentischer, unbeschönigender Film über den Teufelskreis der Sucht und eine kleine schauspielerische Glanzleistung von Leonardo DiCaprio.